Teil eines Werkes 
6. - 9. Th. (1859)
Entstehung
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3⁵

Lionel wohl nicht ſo oft an dieſe Poeſien gedacht; und wenn ſie nicht ſo oft an dieſe Poeſten gedacht hätten, ſo hätte wohl zwiſchen ihnen nicht dieſes poetiſche Verbindungsglied ſtattgefunden, ohne welches die Liebe zweier jungen Leute immerhin, es iſt wohl wahr, ein recht hübſches Gefuhl iſt, aber viel zu alltäglich, um beſondere Erwähnung in einem ſo ungewöhnlich langen Werk zu verdienen, wie dieſes wahr⸗ ſcheinlich ausfallen wird. Und ſo iſt es klar, daß Frank Vance keine überflüſſige und epiſodiſche Perſon unter den Charakteren dieſer Ge⸗ ſchichte iſt, ſondern, wenn auch indirekt, doch weſentlich, eines der⸗ jenigen Weſen, ohne welche der Autor eine ganz verſchiedene Antwort hätte auf die Frage geben müſſen:Was wird er damit machen?

Kehren wir zu Lionel und Sophy zurück. Die Gedichte haben ihre Herzen einander immer näher gebracht. Und als das Buch aus Lionels Hand ſiel, wußte Sophy, daß ſeine Augen auf ihr Geſicht gerichtet waren, und ihre eigenen Augen ſchauten weg. Und das Schweigen war ſo tief und ſo ſüß! Keines hatte dem Andern noch ein Wort von Liebe geſagt. Und in dieſem Schweigen fühlten Beide, daß ſie liebten und geliebt wurden. Sophy! wie kindlich ſie noch immer ausſah! Wie wenig ſie ſich verändert hat! Außer daß die ſanften blauen Augen weit gedankenvoller ſind, und daß ihr fröhliches Lachen jetzt nie gehört wird. In dieſem herrlichen Hauſe, wo ſie von ſeiner bezaubernden Beſitzerin mit der zärtlichſten Sorgfalt gepflegt wird, wo ſie den Roman ihrer Kindheit verwirklicht ſieht und Lionel an ihrer Seite hat, vermißt ſie den alten verkrüppelten Vagabunden. Und daher kommt es, daß ihr froͤhliches Lachen nicht mehr gehört wird.Ah! ſagte Lionel, indem er die Pauſe endlich unterbrach, wendet Eure Augen nicht von mir, ſonſt werde ich glauben, daß Thränen darin ſind. Sophys Bruſt hob ſich, aber ihre Augen blieben abgewendet. Lionel ſtand ſachte auf und kam auf die andere Seite ihrer ruhigen Geſtalt.Pfui, das ſind doch Thränen, und Ihr wolltet ſie vor mir verbergen. Undankbare!

Sophy ſchaute ihn jetzt mit aufrichtiger, unausſprechlicher, arg⸗