Teil eines Werkes 
6. - 9. Th. (1859)
Entstehung
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Alter eben ſo wenig ein Schriftſteller ſeyn, als er ein Maler oder ein Muſiker ſeyn kann. Was! kein Buch ſchreiben? Oh ja wie er ein Bild malen oder ein Lied componiren kann. Aber ein Schriftſteller im höheren Sinne des Worts ein Schriftſteller wie Darrell ein Redner war oh nein! Und am allerwenigſten wird er ein Schrift⸗ ſteller ſeyn, wenn er durch innern Drang und Gewohnheit ein Redner geweſen iſt ein Redner, zu glücklich begabt um der langweiligen Unterſtützung geſchriebener Vorbereitung zu bedürfen, und zu ange⸗ ſtrengt beſchäftigt um ſich auf ſolche einzulaſſen ein Redner wie das moderne Leben Redner bildet natürlich kein Redner wie die der klaſſiſchen Welt, die vor Beſteigung der Bühne Sentenzen aus⸗ arbeiteten und nach dem Vortrag jedes ertemporirte Zwiſchenſpiel zu rhetoriſcher Genauigkeit und muſikaliſcher Vollendung abglätteten. Und wie eng begränzt iſt das Gebiet der Schriftſtellerei für einen Mann, der bereits mit einem bedeutenden Ruf belaſtet iſt! Er kann nicht die ſelbſtvergeſſene Hingebung haben er kann nicht den unge⸗ ſtümmen Anlauf wagen, womit die Jugend dem Genie die Zügel über⸗ wirft und in die Reihen des Ruhmes hineinpoltert. Wenig und ſtreng ſind ſeine Themata heikel und zögernd ſein Geſchmack. Beengt ſind die Bewegungen des Mannes, der zum erſten Mal auf das Forum der Literatur ſchreitet mit dem Purpurſaum an ſeiner Senatorentoga. Guy Darrell ſoll in ſeinem Alter als Novize unter die Autoren treten! Er, der große Juriſt, welchem Kronanwälte keine Ausar⸗ beitungen zugeſchickt haben würden, wenn er des Cokettirens mit einer Muſe verdächtig geweſen wäre er, der große Redner, der nach Maß⸗ gabe der plötzlichen Wirkungen, welche mündliche Begeiſterung von geſchriebener Beredtſamkeit unterſcheiden, Zuhörerſchaften elektriſirt hatte er ſoll jetzt in einer Kunſt, die er ſein Lebenlang vernachläſſigt, einen Erfolg erringen, der ſeinem zeitgenöſſiſchen Ruf angemeſſen wäre; wie unwahrſcheinlich! Aber ein Erfolg, welcher dieſen Ruf überleben, welcher dasdauernde Erbe gewinnen würde, das ihn allein zu entſprechender Anſtrengung hätte ſtärken können wie