himmels emporgeſchaut— nicht ſo dicht mit Geißblatt überwachſen; gleichwohl ſchlingelte ſich das Geißblatt friſch gezogen an den Sei⸗ ten hinauf; und zwiſchen dem Lattenwerk ſowie den Blättern des blühenden Strauches hindurch konnte er juſt die Umriſſe einer darin befindlichen Geſtalt erhaſchen— das weiße Kleid einer weiblichen Geſtalt in langſamer ſanfter Bewegung— vielleicht die Blumen pflegend, welche die Laube umwanden. Bald war ſie ruhig, bald bewegie ſie ſich wieder; auf einmal verlor er ſie ganz aus dem Auge. Hatte ſie die Laube verlaſſen? War dieß Lady Montfort? George Morley hatte ſich nicht nach dieſer Richtung begeben.
Zweiundzwanzigſtes Kapitel. Eine ruhige Secene— ein unruhiges Herz.
Mittlerweile fand George Morley Lady Montfort nicht fern von dem weidenbewachſenen Ufer, das Lionel ſchützte, aber doch fern genug, daß ſie ihn weder ſehen noch hören konnte. Sie ſaß ganz allein da, auf einem Platz, wohin Milton die Lady im Comus hätte verſetzen können— einem abgerundeten Stück vom glatteſten Raſenland, auf allen Seiten(mit Ausnahme der einen Oeffnung, die einen vollen Blick auf das ſchimmernde Ufer geſtattete) mit dichten Gebüſchen von dunklem Immergrün und Stauden von lebhafterem Grün einge⸗ ſchloſſen, während im Hintergrund Eichen und Kaſtanien ſtanden, die Alles überhingen. Auch Blumen prangten in ländlichen Reihen da; eine ſchwache Quelle ſprudelte aus einem mit Waſſerlilien beſternten Baſſin; auf einem ländlichen Tiſch lagen Bücher und die Werkzeuge grazioͤſer Frauenarbeit, ſo daß der Platz das heimiſche Ausſehen eines Zimmers hatte und jene innige Liebe zum Leben im Freien verrieth, die ſich in unſern alten Dichtern kundgibt, von Chaucer herab bis auf den Tag, wo Minneſänger, zu Witzbolden abgeſchliffen, in Wills Cafe
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