Teil eines Werkes 
6. - 9. Th. (1859)
Entstehung
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einen Theil der Oſtervakanz in ſeinem Hauſe in der Stadt; er ließ mich durch ſeinen Sohn, der mein Schulkamerad war, einladen.

Lionel.Ihr kanntet ſeinen Sohn? Wie hat Mr. Darrell dieſen Verluſt empfunden?

George.Der Himmel verhüllt oft ſeine vorſorglichſte Barmherzigkeit in Dingen, worin der Menſch ſeine ſchwerſten Heim⸗ ſuchungen findet. Dieſer arme Junge hätte ſeine ganze Natur ver⸗ ändern müſſen, wenn ſein Leben nicht einem Vater wie Mr. Darrell bittereren Kummer hätte bereiten ſollen als ſein Tod.

Lionel.Ihr ſetzt mich in Staunen. Mr. Darrell ſprach von ihm als von einem hoffnungsvollen Knaben.

George.Er hatte diejenige Art von Thatkraft, von welcher ein Vater ſich Etwas verſprechen zu dürfen glaubt, und die ſelbſt ältere Perſonen täuſchen könnte; er war ein hübſcher Junge von glän⸗ zenden Augen, kecker Zunge, und hatte vor ſeinem Vater juſt die nöthige Scheu, um in deſſen Gegenwart ſeine ſchlimmſten Eigen⸗ ſchaften zu zügeln.

Lionel.Worin beſtanden dieſe?

George.In halsſtarriger Anmaßung und unbarmherziger Grauſamkeit. Er hatte einen Stolz, worüber ſich ſein ſtolzer Vater tief geſchämt haben würde, wenn Guy Darrell die Natur deſſelben entdeckt hätte den Geldſtolz! Ich erinnere mich, daß ſein Vater mit halbem Lachen zu mir ſagte: Mein Junge braucht ſich nicht, wie ich während meiner ganzen Schulzeit, über geflickte Hoſen und leere Taſchen zu ärgern und zu grämen. Und ſo gerieth Mr. Darrell aus mißverſtandener Güte in das entgegengeſetzte Ertrem, und der Sohn war ſtolz, nicht auf den Ruhm, ſondern auf das Geld ſeines Vaters, übrigens nicht generös, auch nicht geradezu ausſchweifend, ſondern er benützte das Geld als eine Macht als eine Macht, die ihm geſtattete einen Gleichen zu beſchimpfen oder einen Sklaven zu kaufen; mit einem Wort, ſein Spitzname in der Schule war Sir Giles Großhans. Sein Tod war die Folge ſeiner ſeltſamen Leidenſchaft Andere zu