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Darrell.—„Glaubt Ihr, daß ein gereifter Mann, der wirklich jemals Liebe gefühlt hat, darüber ſcherzen kann, und zwar bei bloßen Bekannten?“
Oberſt Morley.—„Ja; wenn er ſo vollſtändig kurirt iſt, daß er bei ſich ſelbſt darüber ſcherzt. Und je leichter er davon ſpricht, um ſo ernſter war vielleicht zur Zeit ſein Gefühl. Leichtfertigkeit iſt ſeine Rache an der Leidenſchaft, die ihn zum Narren machte.“
Darrell.—„Ihr ſeyd augenſcheinlich ein erfahrener Philoſoph in der Lehre ſolcher Narrheit. Consultus insapientis sapientiae. Dennoch kann ich kaum glauben, daß Ihr je verliebt geweſen ſeyd.“
„Ja, das war ich,“ ſagte der Oberſt in derbem Ton,„und zwar ſehr oft! Jedermann in meinem Alter iſt es geweſen— nur Ihr allein nicht. Das iſt ſo die gewoͤhnliche Beobachtungsweiſe,“ fuhr der Oberſt mit vieler Herbheit fort.„Keiner glaubt den Andern eines tiefen und romantiſchen Gefühles fähig.“
Darrell.—„Es iſt wahr, ich geſtehe die Oberflächlichkeit meines Urtheils ein und bitte Euch zehntauſendmal um Verzeihung. Ihr glaubt alſo wirklich nach Eurer eigenen Erfahrung, daß in Vances Theorie und Eurer eigenen ſehr glücklichen Erläuterung der⸗ ſelben viel Wahrheit liege? Könnten wir nach vielen Jahren zu der Romanze auf der Seite, wo wir abgebrochen haben, zurückkehren, ſo würden wir—“
Oberſt Morley.—„Uns gar nicht einfallen laſſen weiter zu leſen. Gewiß die Hälfte des eigenthümlichen Zaubers einer gewiſſen Perſon muß der Lokalität und Umſtänden zugeſchrieben werden.“
Darrell.—„Ich verſtehe Euch nicht ganz.“
Oberſt Morley.—„Nun ſo will ich mich, da meine frühere Erläuterung Euch geſiel, durch ein anderes proſaiſcheres Beiſpiel er⸗ klären. In einem Zimmer, an das Ihr gewöhnt ſeyd, befindet ſich ein Möbel oder ein Zierſtück, das dem Platze ſo vortrefflich anſteht,
daß Ihr ſagt: das hübſcheſte Ding was ich je geſehen habe! Ihr
gehet weg— Ihr kehret zurück— das Möbel oder Zierſtück iſt in ein


