Teil eines Werkes 
3. - 5.Th. (1858)
Entstehung
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Vierzehntes Kapitel. Romantiſche Liebe pathologiſch betrachtet von Frank Vance und Alban Morley.

Vance ſtand vor ſeiner Staffelei, und Lionel ſchaute über ſeine Schultern. Nie war Darrell freundlicher entgegenkommend als an dieſem Tag gegenüber Frank Vance. Die beiden Männer nahmen einander ſogleich an und ſprachen ſo vertraut miteinander, als ob der ehemalige Advokat und der emporſteigende Maler alte Reiſegefährten auf demſelben Lebensweg geweſen wären. Darrell war wirklich ein ausgezeichneter Kunſtrichter, und ſein Lob mußte um ſo mehr Befrie⸗

digung gewähren, weil es auf dem feinſten Urtheil beruhte. Natür⸗

lich zollte er den weiblichen Köpfen, durch welche der Künſtler ſo be⸗ rühmt geworden war, den gebührenden Tribut der Bewunderung. Lionel nahm ſeinen Vetter auf die Seite und zeigte ihm mit trauriger

Miene das Portrait, von welchem all dieſe mannigfachen Ideale

inſpirirt worden waren das Portrait Sophys als Titania.

Und das iſt Lionel, ſagte der Künſtler, auf den Umriß Zettels

deutend. 4

Pfui, ſagte Lionel ärgerlich. Dann zu Darrell gewendet: Dieß iſt die Sophy, die wir nicht auffinden konnten, Sir iſt es nicht ein liebliches Geſicht?

Allerdings, verſetzte Darrell.Aber dieſe namenloſe Feinheit im Ausdruck dieſe ſchalkhafte und doch zärtliche Eleganz in der ein⸗ fachen beobachtenden Haltung, dieß, Mr. Vance, müſſen Eure eigenen Zugaben zu dem Original ſeyn?

Nein, ich verſichere Euch, Sir, antwortete Lionel.Neben dieſer Eleganz und Feinheit lag noch im Blick und Weſen dieſes Kindes eine Zartheit, welche, Vance nicht vollkommen erreichte. Ge⸗ ſtehet es ſelbſt, Frank!

Beruhigt Euch, Mr. Darrell, ſagte Vance,in Bezug auf alle Beſorgniſſe, welche Lionels Enthuſtasmus erwecken könnte. Er ſagte Bulwer, was wird er damit machen? v.