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Zimmer ſaß, ſein noch immer regelmäßiges Profil über die ſchafleder⸗ gebundenen Bücher hinabbeugend, die harmloſe Feder in dieſer ſtarken wohlgeformten Hand haltend, beobachtete ihn Mrs. Crane mit ſanſtem Ausdruck. Um ihm Geſellſchaft zu leiſten, hatte ſie ſelbſt eine Arbeit vorgenommen— der goldene Fingerhut wurde aus ſeiner langen Kuhe hervorgezogen— und ſo nähte und ſaͤumte ſie mit flinken arti⸗ ſtiſchen Fingern neue Halsbinden für den Adoptivſohn. Ein ſeltſames Geſchöpf iſt das Weib! So undankbar und verrätheriſch dieſer glatte Tiger vor ihr ſich oft erwieſen hatte— obſchon kein Menſch ein freund⸗ liches Gefühl in einem Weiberherzen weniger verdienen konnte— obſchon ſie wußte, daß er ſich nichts um ſie bekümmerte, ſo war es ihr doch angenehm zu wiſſen, daß er ſich um keine Andere bekümmerte, daß er in demſelben Zimmer ſaß— und Arabella Crane fühlte, daß ſie, wenn dieſe Exiſtenz fortzudauern vermöchte, die Vergangenheit vergeſſen und der Zukunft zufrieden entgegenſchauen könnte. Ich ſage es noch einmal, ein ſeltſames Geſchöpf iſt das Weib, und im vor⸗ liegenden Fall iſt das Geſchöpf um ſo ſeltſamer, weil es ſo grimmig iſt. Aber ſo wie ihre Augen ſich beſänftigen, ihre Finger arbeiten und ihr Geiſt Pläne entwirft, um dieſe unbändige wilde Beſtie in ein unſchuldiges zahmes Thier umzuwandeln, wer kann ſich da eines Mit⸗ gefühls mit der grimmigen Arabella Crane erwehren?
Armes Weib! Und wird nicht das Experiment gelingen? Drei Abende weiht Jaſper Loſely dieſem ſündloſen Leben und ſeiner fried⸗ lichen Beſchäftigung. Er vollendet ſeine Aufgabe— er empfängt die zehn Guineen.(Wie viel von dieſem Honorar iſt aus Mrs. Cranes Privatbörſe gekommen?) Er entdeckt drei Fehler, welche den Arg⸗ wohn gegen die Rechtſchaffenheit des Buchhalters rechtfertigen. Ge⸗ brauchet einen Dieb, um Diebe zu fangen! Er wird wegen ſeines Scharfblicks geprieſen, und man verſpricht ihm eine noch leichtere Be⸗ ſchäftigung, die noch beſſer bezahlt werden ſoll. Er entfernt ſich mit der Erklärung, daß er am folgenden Tag früher als gewöhnlich kommen werde— er gibt aus freien Stücken eine Lobrede auf das


