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Aber Lionel war an Gemüth jünger als an Jahren und noch zu kna⸗ benhaft, um mit Sicherheit jenen Prüfungen des Taktes und Charak⸗ ters ausgeſetzt zu werden, welche den Neuling erwarten, der durch die Thüren eines Offiziersſaales in das Leben eintritt. Sein Stolz war zu krankhaft, zu argwöhniſch in Bezug auf Beleidigungen, ſeine Offenheit war zu rauh, ſein Geiſt noch zu wenig gezähmt durch die unmerkliche Disciplin geſelligen Verkehrs.
Sprach der beobachtende Weltmann:„Gibt man ſeine Ehre in ſeine eigene Verwahrung, ſo wird er ſie mit geſpanntem Hahn vor ſich hertragen und, ehe ein Monat vergeht, einen Freund oder ſich ſelbſt ums Leben bringen. Trotzig— entſchieden trotzig! Und von allen Urſachen, welche den Frieden in Regimentern ſtören und Kriegs⸗ gerichte veranlaſſen, iſt ein trotziger Junge die allergewöhnlichſte. Schade! denn das Bürſchchen hat das rechte Metall in ſich— Geiſt und Talent, die einen Soldaten erſten Rangs aus ihm machen würden. Es wäre gut angebrachte Zeit, wenn man ihn neben profeſſionellen Studien den Grad feiner geſellſchaftlicher Bildung erwerben ließe, welcher Würde verleiht und den Trotz curirt. Ich muß ihn aus London, aus England wegſchaffen— muß ihn von den Schürzen⸗ bändern ſeiner Mutter losreißen und von den intimen Freunden ſeines armen Vaters entfernen, die unangemeldet im Salon der Wittwe auf Raub herumziehen. Er ſoll nach Paris gehen— es gibt keinen beſſern Platz, um militäriſche Theorien zu lernen und Trotzköpfe zu civiliſiren. Ohne Zweifel wird mein alter Freund, der Chevalier, welcher die ſtrategiſche Kunſt an ſeinen Fingerſpitzen hat, ſich bereit finden laſſen ihn in Penſion zu nehmen, ſeine Studien zu leiten und ihn vor allem Uebel zu bewahren. Ich kann ihm Zutritt in die Cirkel des ſtarren alten Faubourg St. Germain verſchaffen, wo der feinſte, gebildetſte Ton herrſcht und die Bande der Häuslichkeit am meiſten reſpektirt werden. Ueberdieß werde ich ihn, da ich ſelbſt ſo oft in Paris bin, unter meinen eigenen Augen haben, und einige wenige Jahre, die er dort verlebt, um ſich vollends als Mann auszubilden,
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