127
iſt der Gentleman, der mich beinahe überfahren hat, Lionel, und der dann ſo freundlich von deinem theuren Vater ſprach.“
„Oh das iſt der Mann! Ich dachte mir's doch,“ rief Lionel, indem er ſeine Mutter küßte, die nahe daran war in Thränen auszu⸗ brechen.„Jetzt kann ich Alles erklären, Oberſt Morley. Jeder der ein freundliches Wort über meinen Vater ſagt, gewinnt meiner Mutter Herz ſogleich— iſt's nicht ſo, liebe Mutter?“
„Und möge es lang ſo bleiben,“ ſagte Oberſt Morley mit freund⸗ lichem Ernſt,„und möge dieß mein Paß zu Eurem Vertrauen ſeyn, Mrs. Haughton! Charles war mein alter Schulkamerad— ein kleiner Junge, als ich und Darrell in der ſechsten Claſſe waren, und verzeiht mir, wenn ich hinzufüge, daß dieſer Gentleman, wenn er je Charles Haughtons intimer Freund war, nicht wohl ein ſehr weiſer Freund ſeyn konnte. Denn wenn ſein Ausſehen nicht gewaltig über ſeine Jahre täuſcht, ſo kann er kaum etwas Anderes als ein Junge geweſen ſeyn, als Charles Haughton ſtarb und Lionel verwaiste.“
Hier erhob ſich der Oberſt mit zartfühlendem Takt, als er ſah, daß Mrs. Haughton ſich ein wenig ſchämte und ihre Unvorſichtigkeit einzuſehen ſchien; er verabſchiedete ſich mit der Bitte, die freudig ge⸗ währt wurde, daß Lionel Erlaubniß erhalten möge am folgenden Morgen mit ihm zu frühſtücken.
Eilftes Kapitel.
Ein Mann von Welt, wenn er einen mühſamen Auftrag übernommen hat, überlegt was er damit machen will; und hat er raſch ſeinen Entſchluß gefaßt, ſo iſt er erſtens überzeugt, daß er nichts Beſſeres hätte thun können, und zweitens, daß man viel ſagen dürfte, um zu beweiſen, daß er
nichts Schlimmeres hätte thun können.
Indem wir eine ausführlichere Beſchreibung von Oberſt Morley
für eine ſpätere Gelegenheit vorbehalten, begnügen wir uns für den 9*


