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um einen Beſuch bei Oberſt Morley zu machen, von welchem er be⸗ reits wieder heimgekommen ſeyn ſollte. Sie beginnt ein wenig un⸗ ruhig zu werden— ein bischen ärgerlich. Während ſie ſo daſteht und aufmerkſam hinausſchaut, kommt ein hochbeiniges Roß lärmend die Straße herabgetrabt, ein Braun mit weißen Beinen— er zieht ein blaues Cabriolet mit hochrothen Rädern— zwei Hände in gelben bockledernen Handſchuhen ſehen juſt unter der Kapuze hervor. Mrs. Haughton erröthet plötzlich und zieht ihren Kopf herein. Zu ſpät! Das Kabriolet hat angehalten— ein Gentleman beugt ſich vor, nimmt ſeinen Hut ab, verneigt ſich ehrerbietig.„Ei der Tauſend!“ murmelt Mrs. Haughton,„ich glaube gar, er will hereinkommen; ge⸗ wiſſe Leute ſind doch zu Verſuchungen geboren— meine Verſuchungen ſind ungeheuer geweſen! Er ſteigt aus— er klopft— ich kann jetzt nicht ſagen, daß ich nicht zu Hauſe ſey— ſehr ungeſchickt! Ich wollte, Lionel wäre daheim. Was meint er denn— wie kann er ſeine eigene Mutter vernachläſſigen und Verſuchern als Beute über⸗ laſſen?“ G
Wäͤhrend der Lakai dem lebhaften Klopfen des Gaſtes Folge leiſtet, wollen wir erklären, auf was Art Mrs. Haughton die Bekannt⸗ ſchaft dieſes Gentleman gemacht hat. Auf einem ihrer Spaziergänge nach ihrem neuen Haus, ſo lange es ſich noch in den Händen der Ta⸗ peziere befand, als ihr Geiſt ſehr von der Betrachtung in Anſpruch genommen wurde, ob ihre Salonvorhänge von Zitz oder Baumwollen⸗ zeug ſeyn ſollen, wurde ſie, als ſte über die Straße gehen wollte, vom Kabriolet eines Gentleman beinahe überfahren. Das Pferd war hartmäulig und kam in raſchem Lauf einher. Der fahrende Gentle⸗ man hielt es juſt noch zur Zeit zurück; aber das Rad ſtreifte ihr Kleid, und obſchon ſie inſtinktmäßig zurückſprang, ſo überkam doch, als ſie bereits ſicher auf dem Trottoir ſtand, der Schreck ihre Nerven, und ſie klammerte ſich beinahe ohnmächtig an dem Straßenpfoſten an. Zwei oder drei Vorübergehende ſammelten ſich menſchenfreundlich um ſie, und der Gentleman, der zurückblickte, murmelte vor ſich hin:„Gar


