53
Weideland und Kornfelder darbot, mit dem blauen Umriß ferner Hügel im Hintergrund. In der Ferne hörte man noch ſchwach das Lachen der glücklichen Kinder des Mayors, dann und wann eine klingende Schafglocke oder das Schlagen des Spechtes, der ſich durch die Hitze des höchſten Sommers, welche die melodiſcheren Sänger in ihren Schlupfwinkeln zum Schweigen bringt, nicht irre machen ließ. Waife zündete ſeine Pfeife an und rauchte ſchweigend; Sophy, die ihr Köpf⸗ chen auf ihren Buſen herabhängen ließ, ſchwieg ebenfalls. Sie hatte ein ausnehmend feines Gefühl für die Natur; die ruhige Schönheit ihrer ganzen Umgebung beſchwichtigte einen in der letzten Zeit beun⸗ ruhigten Geiſt, und die Geſundheit ſchlich ſich allgemach durch den Leib und durch das Herz zurück. Endlich weinte ſie ſanft.—„Wir könnten hier ſo glücklich ſeyn, Großvater! Es kann nicht lange währen, nicht wahr?“
„Liebes Kind,“ antwortete Waife philoſophirend,„es hilft in dieſem Leben rein Nichts, wenn man das gegenwärtige Glück durch die Frage trübt: kann es währen? Das Heute gehört dem Menſchen, das Morgen ſeinem Schöpfer. Aber ſage mir offen, iſt Dir die Idee des Spielens wirklich ſo ſehr zuwider? Ich meine nicht ſo wie wir in Mr. Rugges Bude ſpielten. Ich weiß, Du haſſeſt Das; aber auf eine angenehme Art und für uns allein wie neulich. Du ſeußzeſt! fort damit!“
„Ich liebe Alles was Ihr liebt, Großvater.“
„Das iſt nicht wahr. Ich liebe das Rauchen, Du nicht. Alſo das Spielen iſt Dir zuwider? Warum? Du machſt es ſo gut— ganz wundervoll. Im Allgemeinen lieben die Leute Das was ſie gut machen.“
„Nicht das Spielen ſelbſt iſt mir zuwider, lieber Großvater. Wenn ich in einer Rolle bin, werde ich fortgeriſſen, ich bin nicht mehr Ich ſelbſt. Ich bin irgend eine andere Perſon.“
„Und der Beifall?“ „Sch fühle ihn nicht. Ich darf wohl ſagen, daß ich


