117 halb ſlinge Epilog des zweiten Theils. ihm derge Menſch, verweile auf dem Gipfel des Huͤgels in dem Schweigen 1 der Abendſtunde— und blicke, nicht mit freudigem, aber mit zufrie⸗ de denem Auge auf die ſchoͤne Welt rings um dich! Sieh, wo die Nebel, Ver⸗ zart und duftig, ſich uͤber die gruͤnen Wieſen erheben, durch welche der dder⸗ Bach ſich ſtill ſeinen Weg ſucht! Sieh', wo breit und tief ſich die ver Welle dem vollen Glanze der ſinkenden Sonne darbietet— und die dere, Weide, die im Luͤftchen erzittert, und die Eiche, die im Sturme nicht geher wankt, ihr feierliches Bild von der klaren Flaͤche des Waſſers zuruͤck⸗ inig geſpiegelt ſehen! Sieh, wo umrahmt von dem Golde der Ernten auf dem dten Hintergrunde von bluͤhenden Hainen ſich die Daͤcher der Stadt unter der weil ruhigen Glut des Himmels erheben! Kein Ton aus allen dieſen Woh⸗ nungen trifft mit einem Mißklang dein Ohr— nur von dem Kirch⸗ Nach⸗ thurm, der ſich uͤber die andern erhebt, ſchwebt vielleicht kaum hoͤr⸗ Ar⸗ bar in dem allgemeinen Schweigen, die Stimme der heiligen Glocke 1das heruͤber. Niedrig uͤber den Matten fliegt die Schwalbe dahin— auf ige der Welle zeigt der ſilberne Kreis, in Schaum ſich aufloͤſend, das 65 Spiel der Fiſche. Sieh die Erde, wie heiterruhig, obgleich uͤberall Thaͤtigkeit und Leben verkuͤndend! Sieh die Himmel, wie mild⸗ 9„ lachelnd, obgleich dunkle Wolken uͤber jenem Berg ihr Gold in den Pur⸗ en. pur des Abendhimmels miſchen! Schaue zufrieden um dich, denn das Gute iſt ringsum— nicht freudvoll, denn das Boͤſe iſt der Schatten hal des Guten! Laß deine Seele den Schleier der Sinne durchbrechen nden und den Blick ſich tiefer ſenken, als auf die Oberflaͤche, welche dein un Auge erfreut. Unter dem ruhigen Spiegel dieſes Fluſſes ſchießt der ührie Hecht auf ſeinen Raub; der Kreis auf der Welle, das leiſe Geplaͤt⸗
ſcher im Rohr, ſind nur Verkünder des Vernichters und des Opfers. In der Epheuhuͤlle der Eiche am Rande ſehnt ſich die Eule mit Gier nach der Nacht, die ihren Klauen lebendige Nahrung fuͤr ihre Jun⸗ gen geben ſoll; und das Zweiglein der Weide erzittert von den Fluͤ⸗


