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ger, auf denſelben Pfad, dieſelben Grenzen der Gedanken beſchränkt. Uber dieſer unbekannten, ſtummen Kluft der Forſchung brütet ein ewiger, undurchdringlicher Nebel;— kein Wind weht darüber hin— keine Welle ſtört deſſen Ruhe; den feierlichen Todtenfrieden unter⸗ bricht kein Wechſel, der zum Abenteuer reizt— kein Schiff zieht aus auf Entdeckungen, das nicht gelähmt und zertrümmert wieder auf den Strand zuvückgetrieben worden wäre.
Der Mond ſtieg empor auf ſeiner Bahn. Die Mit⸗ ternacht ſenkte ſich langſam auf die Erde— dieſe ſchöne, myſtiſche Stunde, gefüllt mit tauſend Erinnerungen, geheiligt durch tauſend Träume, theuer durch das An⸗ denken an die Gelübde, welche unſere jugendlichen See⸗ len unter ihren Sternen ſtammelten, und feierlich durch die alten Sagen, die ſich an ihren majeſtätiſchen Frie⸗ den knüpfen— die Stunde, in welcher Men⸗ ſchen ſterben ſollten; der Iſthmus zwiſchen zwei Welten, der Gipfel des vergangenen Tages, der Saum des kommenden; die uns in Schlaf hüllt nach mühſeliger Arbeit und uns einen Morgen verheißt, der ſeit der Geburt der Schöpfungnie ausgeblieben iſt. Mit den Minuten fühlte auch Falkland ſeine Kräfte dahineilen und allmählig abnehmen. Der Schmerz ſei⸗ ner Wunde hatte aufgehört, aber eine tödtliche Mattheit beſchlich ſein Herz; das Zimmer ſchwankte ihm vor den Augen, und die dumpfe Kälte ſtieg von ſeinen Füßen hinauf— hinauf bis zu der Bruſt, in welcher das Le⸗ bensblut ſchwer und dick wurde.
Als die Uhr eine halbe Stunde nach Mit⸗
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