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kleidung. Sie waren die erſten menſchlichen Weſen, auf welche die Reiſenden ſtießen; und als Falkland Riego, der neben ihm ſchlief, die Sache mittheilte, wurde ſogleich vorgeſchlagen, ſie als Führer nach der St adt Carolina mitzunehmen, wo Riego Hoffnung hatte, kräftigen Beiſtand oder Mittel zur endlichen Flucht zu finden. Der Mönch und ſein Begleiter wei⸗ gerten ſich mit großer Beſtimmtheit gegen den ihnen angeſonnenen Dienſt; Riego aber befahl, ſie gewalt⸗ ſam feſtzuhalten. Er hatte ſpäter Grund, dieſe Nö⸗ thigung bitter zu bereuen.
Die Mitternacht kam in all der prächtigen Schön⸗ heit eines ſüdlichen Himmels, und unter ihren Sternen ſetzten ſie die Wanderung fort.
Als Falkland neben Riego hinritt, ſagte der Letztere mit leiſer Stimme zu ihm:„Es iſt noch Rettung mög⸗ lich für Euch und meine Begleiter, für mich keine; man hat einen Preis auf meinen Kopf geſetzt, und im Augenblicke, wo ich dieſe Berge verlaſſe, gehe ich mei⸗ nem Verderben entgegen.“„Nein, Rafael!“ ent⸗ gegnete Falkland,„noch könnt Ihr nach England fliehen, nach jener Freiſtätte der Freien, obwohl ver⸗ bunden mit dem Deſpotismus, dem Mitſchuldigen der Tyrannei und dem Obdach ihrer Opfer!“ Riego ant⸗ wortete in demſelben leiſen, niedergehaltenen Tone: „Ich frage jetzt nichts darnach, was aus mir wird! ich habe nur für die Freiheit gelebt; ich habe ſie zu meiner Herrin, meiner Hoffnung, meinem Traume ge⸗ macht; ich habe kein Leben als in ihr. Mit dem letz⸗ ten Aufſchwung meines Vaterlandes laßt auch mich un⸗
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