Teil eines Werkes 
3. Bd. (1846)
Entstehung
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Sechstes Kapitel. Richard von Glouceſters Schlauheit.

Einige Wochen nach der Niederlage des Sir Geoffrey Gates war Eduard mit ſeinem glänzenden Hofe in Shene. Der Länge nach in einem Pavillon im köͤnig⸗ lichen Garten vor einer kühlen Quelle ausgeſtreckt, hoͤrte der König, von ſeinen Günſtlingen umgeben, nachläſſig der Muſik ſeiner Minſtrels zu und ſtreichelte das Ge⸗ fieder ſeines Lieblingsfalken, der auf ſeinem Handgelenke ſaß. Es wäre kaum möglich geweſen, in dem trägen Wollüſtling den glänzenden und unerſchrockenen Krieger zu erkennen, vor deſſen Lanze, wie das Wild vor den Hunden, noch kürzlich auf dem blutigen Schlachtfelde von Erpingham die Ritterſchaft der lancaſtriſchen Roſe geflohen war; aber entfernt von dem Pavillon und in einer von den verlaſſenen Alleen gingen Prinz Richard und Lord Montagu in ernſter Unterredung allein auf und ab. Der Letztere von dieſen beiden edlen Perſonen war während der Unruhen unthätig geblieben, und Eduard hatte ſich geſtellt, als hege er keinen Argwohn wegen ſeiner Theilnahme an dem Zorne und der Rache War⸗ wicks. Der König nahm ihm freilich die Ländereien und die Grafſchaft Northumberland ab und gab ſie der Fa⸗ milie Percy, doch hatte er dieſe Handlung mit gnähigen