Teil eines Werkes 
2. Bd. (1846)
Entstehung
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Lebens jenſeits des Grabes wie ein gekäuſchloſer Traum dahin gleitet; und ſtets iſt jener Himmel, nach dem die Seele verlangt, von den Phantaſten des zärtlichen Menſchenherzens belebt indem Jedes das Jenſeits nach den hier unbefriedigten Wünſchen geſtaltet.Dort,⸗ dachte das finnende Mädchen,werden Streit und Grauſamkeit aufhören dort werden die rauhen Un⸗ gleichheiten des Lebens verſchwinden dort werden die, welche wir liebten und verloren, durch den Sohn wieder gefunden werden, der den ſterblichen Kummer koſtete, und wir werden zu der Heimath des ewigen Vaters erhoben!

Und dort, dachte der aufſtrebende Weiſe,dort verbreitet ſich der hienieden eingekerkerte und gefeſſelte Geiſt frei in alle Reiche des Raumes dort dort fällt von jedem Geheimniß der Schleier bort lächelt der Allwiſſende die an, welche durch die Dunkelheit des Lebens ſelbſt bis zum Grabe die Lampe der Seele ge⸗ nährt haben dort bricht der Gedanke, der hier auf der Erde nur ausgeſäet wird, zur Blüte auf und reift zur Frucht heran!

Und den Hoffnungen des Mädchens und des Weiſen lächelten die Engelsaugen der Sterne mit gemeinſamer Verheißung zu.

Endlich unbewußt, und während ſie noch nachſannen, ſo daß der Schlummer die wache Träumerei nur fort⸗

ſetzte, ſchliefen Vater und Tochter ein.

Die Nacht verging, die Morgendämmerung zog

langſam und gran herauf, die Geweihe der Hirſche er⸗ Bulwer, Barone. II. 28