Fünftes Kapitel.
Die Intrigue der Woodvilles gelingt— Montagu unterredet ſich mit Haſtings, beſucht den Erzbiſchof von York und trifft unter⸗ wegs eine ſeltſame Perſon.
Und nun war der einzige Gegenſtand der Unterredung an Koͤnig Eduards Hofe die erwartete Ankunft Antons von Burgund, des Grafen de la Roche, Baſtardbruders des Grafen von Charolois. Wenige außer der unmittel⸗ baren Umgebung der Herzogin von Bedford betrachteten den Beſuch dieſes beruͤhmten Fremden als mit einem anderen Zwecke verbunden, außer dem vorgeblichen ritter⸗ lichen Zuſammentreffen mit Anton Woodville— als die Erfüllung einer Forberung, die von dem Letzteren vor zwei Jahren bei der Krönung der Königin ausgeſprochen worden. Die Veranlaſſung zu dieſer Forderung hat Anton Woodville, Lord Seales, ſelber in einem Briefe an den Baſtard erklärt, der noch vorhanden iſt, und wovon ſich ein Auszug in den Lebensbeſchreibungen der Königin⸗ nen Englands von Miß Strickland findet.
Am Mittwoch vor Oſtern im Jahr 1465, als Sir Anton„auf den Knieen“ mit ſeiner königlichen Tochter ſprach, verſammelten ſich alle Damen des Hofes um ihn und banden um ſein linkes Knie ein goldenes Band, mit Steinen geſchmückt, welche die Buchſtaben S. S. (Souvenance, Erinnerung) bildeten, und an dieſem


