Teil eines Werkes 
1. Bd. (1846)
Entstehung
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und vertraute Bekanntſchaft mit den Gewohnheiten, den Motiven und der Art zu denken erhöhen, welche die wahre Eigenthümlichkeit eines Zeitalters bilden. Vor allen Din⸗ gen iſt der Dichtung jene liberale Anwendung der ana⸗ logen Hypotheſe geſtattet, die der Geſchichte verweigert iſt, und welche, durch Forſchung gemäßigt und durch jene Kenntniß des Menſchengeſchlechts(ohne welche die Dichtung weder Schaden noch Nutzen bringen kann, da ſie unlesbar wied) dazu dient, ſo Vieles aufzuklären, was ſonſt dunkel war, und die Streitigkeiten und Schwie⸗ rigkelten des widerſprechenden Zeugniſſes durch die hi⸗ loſophie des menſchlichen Herzens zu löſen.

Meine eigene Vorſtellung von der Größe der Arbeit, wozu Sie mich einluden, machte mich um ſo mißtraui⸗ ſcher gegen den günſtigen Erfolg, um ſo mehr, da das Felb der engliſchen hiſtoriſchen Dichtung nicht nur von den brillanteſten unſerer vielen ausgezeichneten Roman⸗ ſchreiber, ſondern auch von ſpätern Schriftſtellern von hohem und verdientem Rufe iſt reichlich eultivirt worden. So ſehr aber auch die Annalen unſerer Geſchichte durch den Fleiß der Romanſchreiber mögen ausgebeutet ſein, ſo iſt doch der Gegenſtand, den Sie zuletzt meiner Wahl aufdrängten, ohne Frage ein ſolcher, der, ſowohl hin⸗ ſichtlich der Charakterzeichnung, des Ausdrucks der Lei⸗ deuſchaften oder der Auffindung hiſtoriſcher Wahrheiten, kaum verfehlen kann, den Romanſchreiber auf Pfade im Lande der Dichtung zu führen, die von ſeinen Vorgän⸗ gern noch nie hetreten worden.

Durch Sie ermuthigt, begann ich meine Aufgabe durch Sie ermuthigt, wage ich zu glauben, indem