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Schwärmerei, ohne den hellen Verkünder meines Schick⸗ ſales zu ſehen glaubte, mir noch künftige Ereigniſſe Leiden oder Freuden vorbehalten, oder ob mein Leben in ber einſamen Heimath meiner Kindheit und dem Orte meiner nunmehrigen Zurückgezogenheit hinfließen werde, gibt mir nur ger ingen Stoff zu Betrachtungen oder Muthmaßungen. Ich habe die Quellen der Empfin⸗ dungen erſchöpft, welche durch das Bette der Sorgen und der Hoffnungen der Zukunft zuſtrömen; die Unruhe meiner Mannesjahre hat ihr letztes Ziel erreicht, das Geſchäft der Zeit übernommen und mir den Gleichmuth des höheren Alters als Erbe eingebracht.
Gibt es für mich auch keine Liebe mehr, ſo weiß ich, daß die Frinnerung an Diejenige, welche einſt mein Herz beſeelte, weit mehr für mich iſt, als die Ge⸗ genwart der Liebe für Andere, und vielleicht gibt es keinen Seelenzuſtand, der ſo voll zarter, fanfter, hei⸗ ligender Gefühle iſt, als eine durch den Tod beſiegelte Liebe. Habe ich viel getrogen und hat mein Geiſt ſeinen irdiſchen Veruf unter Mühen und Thränen erfüllt, ſo möchte ich gleichwohl die Lehren, die ich aus meinem eigenen Leben gezogen, nicht verlieren, find ſie auch noch ſo tief mit Kummer und Schmerz verwoben. Nein! frägt man mich, was der Gegenwart Würde, der Ver⸗ gangenheit heilige Weihe gibt; was uns allein befähigt, aus der Fabel des Lebens die echte Lehre zu ziehen; was das reinſte Licht über unſere Vernunft verbreitet; was unſerer Religion den feſteſten Haltpunkt gibt, und was, mögen wir den Reſt unſerer Jahre in Abgeſchie⸗ denheit oder in einem rührigen Leben hinbringen, ſich am meiſten eignet, das menſchliche Herz zu ſänftigen und die Seele zu Gott zu erheben, ſo antworte ich mit Laſſus: es iſt„Erfahrung!“
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