360 kommen meines Gefangenen, und ging mit leiſen, aber ſchnellen Schritten an die Küſte bei der Schloßhöhle. Noch fehlte etwa eine halbe Stunde bis Mitternacht; die Nacht war ſtill, kein Lüftchen regte ſich, ein trüber Nebel ſtieg von der See gegen den Himmel auf, und nur in ziemlich großen Zwiſchenräumen glimmten die Sterne dumpfig hindurch. Der Mond ſtand am Him⸗ mel, aber die Dünſte umher verliehen ſeinem Lichte eine krankhafte Trübe, und wo immer ein Schatten in die Spalten und Höhlen fiel, war dichte, nicht durch den leiſeſten Strahl gebrochene Finſterniß; nur der nahen See entlang und auf den hellen Strecken des Uferſandes konnte man die Gegenſtände ohne Schwierigkeit unter⸗ ſcheiden. Mehre Minuten ging ich vor der Schloß⸗ höhle auf und ab; ich bemenkte Niemanben und ſetzte mich mit geſpannter Aufmerkſamkeit auf einen Stein in einem zerklüfteten Winkel des Felſen, hart am Aus⸗ gange der Höhle. Der Ort war in völliges Dunkel ge⸗ hüllt, und ich vurfte gewiß ſein, daß der Augenblick meiner Entdeckung von mir ſelbſt abhänge. Noch be⸗ fand ich mich erſt wenige Minuten an dem Orte meiner Lauer, als ich von der linken Seite her die Geſtalt eines Mannes näher kommen ſah; er ſchritt raſch vorwärts, und als er einmal über einen Fleck hinging, an welchem das bleiche Himmelslicht weniger getrübt war, ſah ich genug von Geſtalt und Zügen, um Montreuil zu er⸗ Lennen. Er näherte ſich der Höhle— ſtand ſtill— nur wenige Schritte von mir entfernt— ich wollte eben aufſtehen, als plötzlich eine andere Geſtalt aus dem In⸗ neren der Höhle hervortrat.
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