Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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341 Geralb gerade zu Beſuch war; ver ehrliche Maria fügte ſich bereitwillig meinem Wunſche und bedingte ſich nur noch eine zweite Flaſche als Reiſeſtärkung, wie er es nannte, aus. Augenblicklich beſtellte ich Wagen und Pferde, und noch waren wir keine zwei Stunden in dem Gaſthofe geweſen, als wir uns ſchon auf den Weg zu Gerald machten. Welch einen Stoß hatten die Ereig⸗ niſſe dieſes einzigen Tages dem Rade des Schickſals gegeben!

Zu jeder anderen Zeit würde mir die ſchlaue Spitz⸗ büberei meines Gefährten Spaß gemacht hahen, jetzt aber fand er in mir nur einen unaufmerkſamen Zuhörer. Wirklich bediente ich mich ſeiner, wie man ſich der Leute ſeines Schlages gewöhnlich bedient; ſobald ich von ihm herausgebracht, was ich zum augenblicklichen Ge⸗ brauche nöthig hatte, ſchenkte ich ihm wenig Aufmerk⸗ ſamkeit mehr. Jede Mittheilung, welche mir nöthig war, hatte er erſchöpft, und ſo ſtellte ich mich denn mitten in einer langen Geſchichte von Italien, den Je⸗ ſuiten und der Klugheit von Maria Oswald, als ſei ich eingeſchlafen; mein Begleiter folgte meinem Bei⸗ ſpiele bald in Wirklichkeit und überließ mich ungeſtört meinen Betrachtungen über Alles, was ich gehört, und üher die Plane, von welchen ich mir nunmehr den meiſten Erfolg zu verſprechen hätte. Bald war ich ſo weit gekommen, daß ich mit gelindem Auge auf Geralds ſpätere Gutheißung von Montreuil's Betrug blickte; und da ich fühlte, welch ungeheueren Rückſtand ich dem noch lebenden Bruder für das lange Unrecht, das ich ihm gethan, ſchuldig ſei, freute es mich beinahe, daß ich