Teil eines Werkes 
1. Bd. (1845)
Entstehung
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meine Kenntniſſe gegen diejenigen meines Bruders ab— rief die ungebrauchten, mir beinahe unbewußten Schätze aus ihren geheimen Schlupfwinkeln hervor, die ich von Zeit zu Zeit in meiner geiſtigen Rüſtkammer niederge⸗ legt hatte, um dort zu ſchimmeln und zu roſten. Ich überblickte ſie mit der Empfindung, daß ſie noch zu nütz⸗ lichem Gebrauche zugerichtet werden können, und ebenſo einerſeits von dem Reize des Ehrgeizes, andererſeits von dem Haſſe angeſpornt— erhob ſich mein Gemüth von der Troſtſoſigkeit zum Zweifel, vom Zweifel zur ſangui⸗ niſchen Hoffnung. Ich ſagte Niemandem etwas von meinem Plane— meinem Oheime nöthigte ich das Ver⸗ ſprechen ab, denſelben nicht zu verrathen— ich ſchloß mich in mein Zimmer ein— ich ſchützte eine Unpäßlich⸗ keit vor— ich ſah Niemanden, ſelbſt den Abbe nicht— wies ſeinen Unterricht zurück, denn ich betrachtete ihn als meinen Feind, und brachte die zwei Monate vor meiner Prüfung Tag und Nacht in einer unaufhörlichen Anſtrengung zu, deren ich mich früher gar nicht fähiz gehalten hatte.

Obwohl nicht aufmerkſam auf die Schulübungen, war ich doch nie ganz müßig geweſen. Tiefere Studien zog ich den abgedroſchenen Schulgegenſtänden vor, und wirklich hatten wir während unſerer früheren Jahre vurch den Abbé eine ſo ausgedehnte und gründliche Be⸗ lehrung erhalten, daß es für Jeden von uns beinaht unmöglich geweſen wäre, allen Geſchmack an geiſtigen Beſchäftigungen zu verlieren. Ich ſah voraus, daß bei der Prüfung Vieles, was ich mir früher zu eigen ge⸗ macht, mit Vortheil zu entwickeln ſein werde— manches

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