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zuge erzählt werden. Vielleicht wird ihr romantiſches und ereignißreiches Schickſal für eine künftige Erzäh⸗ lung aufgeſpart. Es mag für jetzt hinreichen, zu ſagen, daß die junge Erbin ihre Kindheit im Hauſe des Lord ulswater zubrachte, deſſen ſtolzeſter Ruhm in einem triumphirenden und glücklichen Leben war, der Freund ihres Vaters geweſen zu ſein, und daß, als ſie heranwuchs, ſie ihrer Mutter Schönheit und ſanftes Herz erbte, und in ihren tiefen Augen und
in ihrem melancholiſchen Lächeln einige Erinnerung an die Seenen bei fich zu tragen ſchien, unter wel⸗ chen ſie ihre Kindheit verlebt hatte. Aber was ihn betrifft, den Gatten und Vater, deſſen Leiden in dieſer ungerechten Welt ich geſchildert habe— ſeinetwegen möge man nicht murren über die Blindheit des Schickſals, noch trauern über ſein ſin⸗ ſteres Geſchick. Beſſer, daß der erhabene und klare Geiſt hinüberging, ehe die unbedentenden Geſchäfte des Lebens ihn gebeugt oder die ſchmutzigen Nehel dieſer niedrigen Erde einen Schatten auf ſeinen Glanz geworfen. Wer würde verlangt haben, daß dieſer Geiſt noch Jahrelang ſich mit den Intriguen, Hoff⸗ nungen und Zwecken gemeinerer Seelen beſchäſtigen ſollte? Wer würde gewünſcht haben, daß das auf den Himmel gerichtete und ungeduldige Herz ſich an die Ketten und die Arbeit dieſes ſklaviſchen Zuſtandes gewöhnen ſollte? Auch wollen wir den gemeinen Tribut des Mitleids nicht für ein Loos in Anſpruch nehmen, welches über dem Bevauern erhaben iſ. Das Mitleid iſt für unſere Schwächen— und unſern


