Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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ſich ein bunkles Vewußtſein auf ſeinem Geſichte, und ſeine aſchfarbigen Lippen murmelten etwas, was Nie⸗ mand hörte.

Nach ihm kam der Crevle, der Wolfe's Mitſchul⸗ diger geweſen war. In der Nacht des Mordes hatte er die Einſamkeit und die Vetwirrung der wenigen gegenwärtigen Perſonen benützt und war entflohen. Er wurde aber von einigen Polizeivienern noch vor dem Morgen in einet Dachkammer in feſtem Schlafe gefunden, und beim Verhör geſtand er Alles ein. Dieſer Mann hatte die Schwindſucht. Hätte man die Hin⸗ richtung noch eine Woche aufgeſchoben, ſo wäre er an ſeiner Krankheit geſtorben. Gleich Bradley ſchien er andächtig zu beten.

Zuletzt kam Wolfe; ſeine rohe Geſtalt war durch die Gefangenſchaft und den innern Kampf zu einem rieſenhaften Skelett abgemagert; auch mit ſeinem Ge⸗ ſichte war eine große Veränderung vorgegangen; ſein grauts Haar war jetzt völlig weiß geworden, und wenn man gleich in ſeiner Miene und ſeinen Augen die Strenge früherer Tage entdeckte, ſo war doch das Feuer verſchwunden. Ruhig wie am vorhergehenden Abenb, zeigte ſich keine Bewegung in ſeinen dunklen aber nicht trotzigen Zügen. Er wies allen Beiſtand des wohlwollenden Geifllichen zurück und ſchien in dem Stolze ſeines eigenen Herzens einen Erſatz für die Reſignation der Religion zu ſuchen.

Elender Mann! ſagte enblich der gute Geiſt⸗ liche, deſſen Eifer ſeine Freundlichkeit überwand,habt

Bulwer, der Verſtoßene. MI. 27