Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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außerordentlicher Kühnheit in der Bildung von Plä⸗ nen, von unwandelbarem Entſchluſſe, ſie aufrecht zu erhalten, und von einem Temperament, welches das Drohen einer entfernten Gefahr um einer entſpre⸗ chenden Belohnung willen eher liebte als ſcheute. Aber dieſer Muth wurde allein unterſtützt und ge⸗ nährt durch die eigene überzeugung von ſeinem hohen Genie, durch ſein feſtes Vertrauen ſowohl auf ſein Glück, als auf die Unerſchöpflichkeit ſeiner Hülfs⸗ quellen. In körperlicher Hinſicht war er ein Feig⸗ ling! Unmittelbare Gefahr, welcher der Körper, nicht der Geiſt begegnen mußte, hatte ihn ſtets erſchreckt, wie ein Kind. Er hatte ſich nie auf ein muthiges Pferd gewagt. Er war tagelang in einem unbedeu⸗ tenden Bierhauſe auf dem Lande geblieben, wohin ihn ein Regenſchauer zufällig getrieben, weil ſich das Gerücht verbreitet, es ſei ein wildes Thier aus einer Menagerie entſprungen und in der Nähe des Wirths⸗ hauſes geſehen worden. Er haite nie in ſeinem Hauſe einen Hund gehalten, weil er hätte toll wer⸗ den können. Mit einem Wort, Crauford war ein Mann, für den das Leben und die ſinnlichen Ge⸗ nüſſe Alles— der höchſte, der einzige Segen waren.

So lange er die Hoffnung hegte, ſein Leben zu reiten, hatte nichts die Heiterkeit ſeines Geiſtes ge⸗ ſtört; aber als dieſe Hoffnung plötzlich abgeſchnitten war— als der Tod, der unmittelbare und unver⸗ meidbare Tod, das Erlöſchen des Daſeins, das Auf⸗ hören des ſinnlichen Bewußtſeins, nackt und ſcheußlich vor ihm ſtand, da ſchien ſein Genie ihn plötzlich