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395 dem Wechſel und bem Zufall thront! über den Din⸗ b einer winzigen und ſchmutzigen Welt! über dem DOlymp der Heiden! über den Sternen, welche vahin⸗ ſchwinden, und dem Monde, welcher wechſelt in ſeinem Laufe! Sollen wir weniger an die Göttlichkeit der Tugend glauben, als der athenienſiſche Weiſe? Sollen wir, deren Augen der Glanz und die Glorie des Him⸗ mels iſt geoffenbart worden, die Tugend zu einer Sklavin jener Ketten der Erde machen, welche der Heide ihren Füßen unterwarf? Aber wenn wir durch ihre Hülfe die übel des Lebens mit Füßen treten kön⸗ nen, ſind wir nicht hundertfach mehr durch fie die Beſieger des Todes? Die ganze Schöpfung liegt vor uns: ſollen wir uns an ein Atom des Staubes hal⸗ ten? Die ganze Unſterblichkeit iſt unſere Erbſchaft: ſollen wir ſchnappen nach einem kurzen Athemzuge? Wie, wenn wir in einer Stunde umkommen ſollten?— Wie, wenn ſich die ſchwarze Wolke ſchon auf uns niederſenkte— wie, wenn wir von unſern Hoffnungen und Entwürfen und den friſchen Banden, die wir um unſer Leben gewoben, plötzlich weggeriſſen werden, find wir da die Creaturen oder die Beſieger des Schickſals? Sollen wir die Verbannten oder die aus dem Gefängniß Entflohenen ſein? Gleichen wir nicht den Vögeln, vie nur durch das Gitter ihres Käfigs in die weite Luft hinausblicken? Sollen wir erbeben und träumen, wenn der Käfig zertrümmert wird und der ganze Raum ſich vor uns ausbreitet—
unſer Element und unſer Reich? Nein, es war nicht
deßhalb, daß Tugend und Tapferkeit einen gemein⸗


