Teil eines Werkes 
1. Bd. (1845)
Entstehung
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theilte dem bebrängten Manne einen Plan mit, ſeinen Prinzipal zu betrügen. Der arme Mann gab der Verſuchung nach und wurde enblich entdeckt. Ich ſprach ſelber mit ihm, denn ich intereſſirte mich für ſein Schickſal und hatte ihn ſtets geachtet.Welches war Ihr Beweggrund bei dieſem Betruge? ſagte ich.Meine Pflicht! antwortete der Mann heftig.Sollte ich meine Frau und Kinder vor meinen Augen verhungern ſehen, da ich ſie mit ge⸗ ringer perſönlicher Gefahr retten konnte? Nein meine Pfiicht verbot es! Und in Wahrheit, Glendower, die Art, wie er die Frage ſtellte, hatte etwas ſehr Einleuchtendes.

Indem Sie vieſelbe beantworteten, ſagte Glen⸗ dower,hätten Sie ihm eine eben ſo einleuchtende und noch wahrere Frage ſtellen können, nämlich, ob er ein großes Verbrechen gegen die Millionen begehen wolle, die durch die geſellſchaftliche Ordnung verbun⸗ den ſeien, um einer einzigen Familie zu dienen?

Ganz richtig, antwortete Crauford,gerade ſo ſtellte ich auch die Frage, aber der Mann, der ſich ein wenig aufs Streiten verſtand, erwiderte:Das öffentliche Geſetz iſt zum öffentlichen Wohl angeord⸗ net. Wenn nun mein und meiner Kinder Wohl un⸗ enplich mehr durch dieſen verhältnißmäßig unbedeu⸗ tenden Betrug befördert wird, als das Wohl meines Prinzipals vadurch, daß ich davon abſtehe, oder ver⸗ letzt wird, wenn ich ihn begehe, ſo erlaubt mir ja der Urſprung des Geſetzes ſelbſt es zu thun. Was ſagen Gie dazu, Glendower? Es hat einige Ahnlich⸗