Teil eines Werkes 
1. Bd. (1845)
Entstehung
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Thun

„Still!“ ſiel der Gelehrte ein;„Sie wiſſen nicht, was Sie ſagen: Sie bedenken nicht die Thorheit, den Wahnfinn Ihres Planes! Ich bin tiefer gefallen und habe mehr Täuſchungen erfahren als Sie. Auch ich habe in meinem Herzen die glühenbe und einſame Hoffnung gehaht, die mich in Jahren des Mißge⸗ ſchicks und des Maugels mit dem Gedanken getröſtet hat, dem Menſchengeſchlechte zu dienen und es zu erleuchten— auch ich habe der Erfüllung Tage und Nächte geweiht, wo das Gehirn ſchwindlig wurde und das Herz ſchwer wurde und ſtockte hei der Leb⸗ haftigkeit meines Strebens. Wären Kerker und Schaf⸗ fot meine Belohnung, ſo weiß der Himmel, vaß weder mein Ange blinzeln, noch meine Hand zittern würde, noch vaß ich im geringſten die Vortſetzung meiner undankbaren Arbeiten einſtellen würde. So wiſſen Sie denn, daß mein Schickſal noch verzwei⸗ felter iſt als das Ihre, mein Ehrgeiz unaus öſchlicher, meine Menſchenliebe nicht weniger glühend, und ich will noch hinzufügen, mein Muth nicht weniger feſt, und erkennen Sie die äußerſte Hoffnungsloſigkeit Ihrer Projekte bei Andern, wenn Sie mir nur als die Vi⸗ ſionen eines Enthuſtaſten erſcheinen.“

Wolfe ſank in den Stuhl nieder.

„Iſt es denn wirklich ſo?“ ſagte er langſam und

nachdenkend.„Sind meine Hoffnungen nur Täu⸗

ſchungen?— Iſt mein Leben nur ein eitler, krambf⸗ hafter Traum?— Iſt die Göttin unſerer Religion von dieſer großen und polkreichen Erde verbannt zu Bulwer, der Verſtoßene, 1⸗ 27