Porrede zur zweiten Auflage.
Man hat einige Einwürfe gegen ben„Verſtoßenen“ gemacht, die ich hier zu erwähnen Gelegenheit finde, Bei der Beurtheilung eines Werkes iſt die Kritik in Allgemeinen verbunden, zuerſt des Verfaſſers Abſicht zu berückſichtigen, und wenn die Abſicht im Ganzen gut iſt, jene Fehler nicht zu ſtrenge zu beurtheilen, von welchen es ſeiner Natur nach ſchwerlich frei ſein kann. Meine Abſicht, als ich dieſes Buch ſchrieb, war, nicht bloß eine Reihe von Begebenheiten in der Ge⸗ ſchichte eines oder des anderen Individuums ausführlich zu erzählen— ſondern gewiſſe Charaktereigenthüm⸗ lichkeiten zu perſonifieiren, die auf die Handlungs⸗ weiſe Einfluß haben und in der Eitelkeit, im Ehr⸗ geiz, im Stolz, in der Selbſtſucht, in der Philan⸗ thropie, in der Sinnlichkeit— in dem Streben nach geiſtigen Freuden, auf den dunklen und krummen Wegen des Laſters, welches Unwiſſenheit iſt— auf dem breiten Pfade der Tugend, welche Weisheit iſt— den ver⸗ ſchiedenen Kanälen nachzuſpüren, in welche die groß⸗ artigen Grundſätze der menſchlichen Handlungsweiſe ihre geheimnißvolle, aber unaufhörliche Flut ergießen. Dieſer Plan iſt zuweilen in der Handlung, zuweilen in der Reflerion dargeſtellt, und er iſt mehr oder
weniger ver ver Charak gehen(der bern eigen des Individ derung jene Schatten zu und Blut, telnde Maſ Ich ha theils weil am beſten thümlich u theils weil nachrichtige Charaktere dieſen Bänt ten hat. Gegen neben eina mane, bis verfeinertet menſchliche anderen wi mir indeß beiden Plä mehr als Entfernun Wie weit hatte, mal


