Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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es die Verkehrtheit der menſchlichen Natur, welche ſterbliche Dinge uns theuer macht, im Verhältniß, wie ſie unſern Hoffnungen entſchwinden, den Vögeln gleich, deren Farben ſich nur entfalten, wenn ſie die Schwingen regen und am Himmel verſchwinden; oder hatte er ſtets größere Zärtlichkeit über die Lieblichkeit der Seele wie der Form empfunden, wovon die erſtere um ſo mehr emporblühte, jemehr die letztere verfiel. Wie theuer iſt dem Stolz des Mannes Beſchützung und Beſänftigung! Das ſtolze Weib, welches allein zu ſtehen vermag und an unſerem Herzen keinen Ort ſich anzulehnen erheiſcht, verliert den Zauber ihres Geſchlechtes.

Ich übergehe die Stufen der Abnahme des Lebens, durch deren Bericht ich mir nur willkürliche Pein er⸗ regen würde; in dieſem Fall vermag meine Hand keine kalte und künſtliche Zeichnung zu entwerfen. Es kam die Zeit, worin die Arzte bis auf wenige Tage die endliche Stunde der Erlöſung beſtimmen konnten. Zuletzt wurde die Sprödigkeit des Ranges bei Seite gelegt; Maltravers hatte wenigſtens auf einige Stunden täglich neben dem Lager Wache ge⸗ halten, worauf die bewunderte und glänzende Flo⸗ renee jetzt beinah fortwährend ruhen mußte. Allein ihr hoher und herviſcher Geiſt blieb ihr bis ans Ende. Bis zum letzten Augenblicke konnte ſie dulden, liehen und hoffen. Eines Tages, als Maltravers ſei⸗ nen Poſten verließ, erſuchte ſie ihn mit mehr Feier⸗ lichkeit wie gewöhnlich, an jenem Abend zurückzukehren. Sie beſtimmte genau die Stunde und ſeufzte ſchwer