Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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Phantafie habe ihre Liebe erzeugt; dort hatte ſie die kurze und erſchöpfende Stufe der Liebe, die einſame Regung zurücklegen müſſen; dann folgte der Zweifel, die Hoffnung, die Entzückung; der Gegenſatz, der Schrecken, die lebloſe Niedergeſchlagenheit, der Ty⸗ deskampf der Verzweiflung! Dort erwartete ſie jetzt traurig und geduldig den allmähligen Gang des unvermeidlichen Hinſchwindens. Bücher, Gemälde und muſikaliſche Inſtrumente und Marmorbüſten zur Hälfte von klaſſiſcher Drapperie beſchattet, kurz, alle zarte Eleganz weiblicher Veredlung umkleideten das Zimmer mit einer ſo heiteren Grazie, als wenn Jugend und Schönheit auf immer dort weilen würden. Das düſtere und widrige Gewölbe war nicht allein die bleibende Wohnung des irdiſch Vergäng⸗ lichen!

Florence Lascelles nahte ſich dem Tode; jedoch ſtarb ſie nicht durchaus an jener gewöhnlichen myſti⸗ ſchen Krankheit, einem gebrochenen Herzen; ihre Geſundheit war ſtets zart, weil ein nervöſer, reiz⸗ barer und fieberhafter Geiſt an ihr nagte; jene war allmählig unſichtbar untergraben worden, noch bevor Ernſt ſeine Liebe geſtand. In dem eigenthümlichen Glanz der großen Augen, in der üppigen Durchſichtigkeit der glänzenden Wangenblüte konnte der Erfahrene ſchon lange den Samen des Todes erkennen. An dem Abend, worin ihr raſtloſes und verſtörtes Herz ſie unvorſichtig auf die Straße geführt hatte, um Lumley's Mittheilung zu erfahren(ſie hatte denſelben an Maltravers ge⸗ ſchickt, ohne den Zweck recht zu wiſſen, oder eine