Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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taigne konnte über einen beſtimmten Kreis der Hand⸗ lung nicht hinaus. Er beſaß kein Mitgefühl für irgend eine, auf die Vermuthungen der Einbildungs⸗ kraft begründete Darlegung. Er konnte Plato nicht leiden, und blieb taub gegen das beredte Geflüſter von allem, was in Poeſie erhebend oder in Weisheit myſtiſcher Art war. Maltravers im Gegentheil ver⸗ achtete nicht die Vernunft, ſuchte dieſelbe durch Ein⸗ bildungskraft ſtets zu unterſtützen und hielt jede Philo⸗ ſophie für unvollſtändig und ungenügend, welche ihre Unterſuchungen auf die Grenzen des Bekannten und Gewiſſen beſchränkte. Er hielt vorzugsweiſe auf das logiſche Verfahren der Folgernng, dehnte jedoch daſ⸗ ſelbe ebenſowohl auf die Vermuthung, wie auf die Thatſache aus. Er behauptete, daß alle Siege der Wiſſenſchaft wie der Kunſt durch ähnliche Kühnheit errungen waren daß Newton und Copernicus gar nichts geleiſtet haben würden, wenn ſie nicht eben⸗ ſowohl vermuthet, wie ſichere Beweiſe vorgebracht hätten. Der Gedanke, daß die Seele der Philoſophie in Vermuthung beſtehe, war ſogar einer ſeiner Lieb⸗ lingsſätze. Er hegte das unbedingteſte Vertrauen auf die Wirkungen des gehörig gebildeten Geiſtes und Herzens, und war der Meinung, daß ſogar Aus⸗ ſchweifungen der Gefühlsaufregung und des Denkens bei denjenigen Männern, welche durch Erfahrung und Studien gehörig erzogen ſind, zu nützlichen und gro⸗ ßen Zwecken führen. Die vorgerückteren Jahre, das eigenthümliche praktiſche Weſen der Anſichten de Mon⸗ taigne s ertheilte ihm in allen Darlegungen eine über⸗