Teil eines Werkes 
1. Bd. (1845)
Entstehung
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ihr Gefühl war ſo gut und wahr, daß es die Stelle der Grundſätze in einem hohen Grade zu erſetzen vermochte. Sie erkannte ſehr wohl, daß ſie mit ihrem furchtbaren Vater nicht unter demſelben Dache hätte leben können; ſie empfand aber Gewiſſensbiſſe, bei dem Gedanken, er ſei im äußerſten Mangel aus dem Hauſe getrieben worden. Sie kleidete ſich eilig an und ſuchte eine Unterredung mit ihrem Beſchützer; letzterer erkannte mit Bewunderung und Vergnügen, daß er ihrer ſogleich gewiſſermaßen unwillkürlich ge⸗ faßten Abſicht zuvorgekommen war, Darvil eine Rente zu übertragen. Er benachrichtigte Alice von dem Ver⸗ trage, den er mit ihrem Vater geſchloſſen hatte; ſie weinte und küßte ſeine Hand, als ſie dies vernahm und beſchloß im Geheimen, ſtark zu arbeiten, um die bewilligte Summe vermehren zu können. Vermöchte nur ihre Arbeit den Vater aus der Nothwendigkeit ſchlimmerer Erwerbsquellen zu erretten! Ach! iſt das Verbrechen zur Gewohnheit geworden, ſo gleicht die⸗ ſelbe dem Laſter des Trinkens oder Spielens die Aufregung fehlt. Wäre Lucas Darvil plötzlich der Erbe von Rothſchild geworden, ſo wäre er dennoch ein Verbrecher in der einen oder andern Weiſe ge⸗ blieben, oder die Langeweile hätte ſein Gewiſſen er⸗ weckt und er wäre an dem Wechſel der Gewohnheit geſtorben.

Unſer Bankier ſchien durch das moraliſche Ge⸗

fühl der Alice noch mehr gerührt, wie ſogar durch ihrer phyſiſche Schönheit. Die Liebe zu ihrem Kinde z. B. erweckte bei ihm einen ſtarken Eindruck, und