Teil eines Werkes 
1. Bd. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

ſich vorfindet, welche eine Abſchweifung vom Haupt⸗ plane darbietet, ſo kommt voch darin wohl ſehr viel vor, welches Dir ermüdend und weitläufig erſcheint, wenn Du Dich nicht in gutherziger Stim⸗ mung und mit großherzigem Vertrauen der Füh⸗ rung des Autors überläßt. In dem Helden dieſer Geſchichte wirſt Du weder einen majeſtätiſchen Halbgott, noch einen vezaubernden Teufel finden; er iſt ein Mann mit der aus der menſchlichen Natur ſtammenden Schwäche, und mit derjenigen Kraft, die wir von der Seele ererben; im Irr⸗ thum iſt er zwar oft nicht halsſtarrig, aber öfter unentſchloſſen in der Tugend; bisweilen hegt er zu hohe Beſtrebungen, bisweilen wird er durch Niedergeſchlagenheit zu ſehr erdrückt; die Umſtände, mit denen er ringt, üben Einfluß auf ihn und er verändert ſeinen Charakter mit dem Wechſel der Zeit und des Schickſalsz nismals aber verwirft er leichtfinnig jene großen Grundſätze, wodurch wir allein die große Wiſſenſchaft des Lebens uns zu bilden vermögen den Wunſch nach dem Guten, die Leidenſchaft zum Ehrlichen und eine Sehnjucht nach dem Wahren. Nach ſolchen Grundſätzen lehrt uns zuletzt Erfahrung, der ſtrenge Mentor, die ſichere und praktiſche Philoſophie, welche im Muth zu ertragen, in Heiterkeit zu genießen und im Glau⸗ ben auf ein Jenſeits zu blicken beſteht.

Vielleicht hätte ich überraſchendere Vorfälle ſchildern und ein größeres Intereſſe erwecken kön⸗ nen, wenn ich Maltravers, den Mann von hö⸗ herem Geiſt, in den harten, aber veredelnden Kampf mit Armuth und Mangel verſetzt hätte, wozu begabte Männer ſo oft verurtheilt find; allein Reichthum und Ermüdung bietet ebenſowohl Ver⸗