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Thränen aus dem erhabenſten Grunde der Bewegung — Thränen, wie ſie einem Krieger ziemen, wenn ihn ſeine eigenen Truppen verlaſſen— einem Pa⸗ trivten, wenn ſeine Landsleute in ihr eigenes Ver⸗ derben rennen— einem Vater, wenn ſeine Kinder ſich gegen ſeine Liebe empören— ſolche Thränen drängten ſich gewaltſam aus ſeinen Augen und er⸗ leichterten— aber ſie veränderten auch ſein Herz! „Genug, genug,“ ſagte er, indem er aufſtand und verächtlich die Tropfen abſchüttelte;„ich habe genng auf das Spiel geſetzt, gewagt, mich abgemüht für dieſes feige, entartete Geſchlecht. Ich will ihre Bos⸗ heit noch verſöhnen— ich verzichte auf den Gedanken, deſſen ſie ſo wenig würdig ſind! Mag Rom unter⸗ gehen!— Ich fühle endlich, daß ich edler bin, als mein Vaterland!— es verdient kein ſo großes Opfer!“
Mit dieſem Gefühle verlor der Tod ganz die edle Geſtalt, unter welcher er ihm zuvor erſchien, und er beſchloß, ſeinen undankbaren Feinden zum Hohne, trotzend ihrer unmenſchlichen Wuth, einen Verſuch zu der Rettung ſeines Lebens zu machen! Er legte ſeine ſchimmernden Waffen ab; ſeine Gewandheit, ſeine Geſchicklichkeit, ſeine Schlauheit kehrten ihm zurück. Sein ſchneller Geiſt durchflog die Möglich⸗ keiten der Verkleidung— des Entrinnens; er verließ den Saal— ging durch die geringeren, den Dienern und dem Geſinde angewieſenen Zimmer— fand in
einem derſelben eine grobe Handwerkerkleidung—
legte dieſelbe an— nahm einen Theil der Vorhänge
und Teppiche des Palaſtes auf den Kopf, wie wenn
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