laſſen, war Adrian Nina gefolgt, aber zu ſpät— die verſchloſſene Thüre trotzte ſeinen Bemühungen. Die Menge kam heran— er hörte, wie ihr Geſchrei
ſich plötzlich änderte— es lautete nicht mehr„Es
lebe das Volk!“ ſondern„Tod dem Verräther!“
Sein Diener war ſchon verſchwunden, und jetzt nur
noch von Jrenens Gefahr bennruhigt, wandte ſich der
Colonna in bitterem Schmerz hinweg, flog raſch den
Berg hinab und eilte nach dem Ufer, wo das Boot
und ſeine Leute ihn erwarteten.
Der Balkon, auf welchen ſich Rienzt hinabgelaſſen, war verjenige, von welchem er gewöhnlich zu dem Volke geſprochen hatte— er ſtand mit einem großen Saale in Verbindung, der bei feierlichen Gelegenhei⸗ ten zu öffentlichen Feſtlichkeiten benützt wurde— und zu beiden Seiten waren viereckige, vorſtehende Thürme, deren vergitterte Fenſter nach dem Balkon zu gingen. Einer dieſer Thürme diente als Waffenkammer, in dem anderen war das Gefängniß von Brettone, dem Bruder Montreals. Jenſeits von dem letzteren war das allgemeine Gefängniß des Capitols. Denn da⸗ mals waren Kerker und Palaſt in furchtbarer Nach⸗ barſchaft!
Die Fenſter des Saales waren noch offen— und Nienzi ging in denſelben von dem Balkon aus— die üeberreſte von dem geſtrigen Bankette waren noch da — der noch nicht getrocknete Wein röthete den Boden und goldene und filberne Pokale ſchimmerten aus den
Ecken. Er ging ſchnell in den Waffenſaal und wählte von den verſchiedenen Rüſtungen diejenige, welche er
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