Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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mein eigen nennen. Die Ehre hört auf, zu gebieten,

wenn Du aufhörſt, groß zu ſein. Ich darf dieſem Traume nicht zu innig nachhängen, vielleicht iſt es eine Sünde gegen uns Beide. Aber andeuten mußte ich dies, damit Du Deinen Adrian ganz, in all ſeiner Schwäche, wie in ſeiner Stärke kennſt. Meine Ge⸗ liebte, meine Ewiggeliebte, die ich nur um ſo inniger liebe, als dieſe Liebe ohne Hoffnung iſt, lebe wohl! Mögen Engel Deinen Kummer heilen und mich vor Sünde bewahren, daß wir in einem andern Leben uns wenigſtens wiederfinden!“

„Er liebt mich— er liebt mich noch immer!“ ſagte das Mädchen endlich weinend;„und ich bin wieder ſelig!“*

Dieſen Brief auf dem Herzen, erholte ſie ſich äußerlich von ihrer Bekümmerniß; ſie begegnete ihrem Bruder mit einem Lächeln und Nina mit Umarmun⸗ gen, und wenn ſie ſich noch abhärmte und abgrämte, ſo war es duych jene„Verheimlichung,“ welche„der Wurm in der Knoſpe“ iſt.

Indeſſen trat nach dem erſten Siegesjubel in Rom Wehklagen an die Stelle der Freude; das Blutbad war ſo ungeheuer geweſen, daß der Kummer der Ein⸗ zelnen auch bedeutend genug war, den öffentlichen Triumph ganz zu verſchlingen, und viele von den Trauernden tadelten ihren Vertheidiger ſogar wegen des Unheils, das er angerichtet,„Roma fu terribil- mente vedovata.“ Die zahlloſen Leichenbegängniſſe ergriffen den Tribun tief, und in gleichem Verhält⸗ niſſe mit ſeinem Mitleid für das Volk wuchs auch

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