Tadel, entbinde um mein
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gen floſſen; Kummer und Niedergeſchlagenheit ſprachen ſich ſo ergreifend in ſeinem ganzen Weſen aus, daß die Menge, im Anfange unwillig, jetzt Mitleid mit ſeiner Betrübniß fühlte. Envlich ſchien ſich ſein Geiſt zu faſſen. Er wandte ſich gegen Rienzi und ſagte mit ſchwankender Stimme:„Tribun, ich tadle Euch nicht, auch klage ich Euch nicht an. Wenn Ihr hier zu raſch geweſen ſeid, ſo wird Gott Blut für Blut nehmen. Ich verſuche keinen Kampf mit Euch— Ihr habt Recht, mein Eid verbietet es mir; und wenn Ihr gut regiert, ſo kann ich immer wieder mich er⸗ innern, daß ich ein Römer bin. Aber— aber— ſeht dieſen blutenden Leichnam— wir kommen nicht mehr zuſammen!— Euere Schweſter— Gott ſei mit ihr!— zwiſchen ihr und mir liegt ein dunkler Abgrund!“ Der junge Edelmann hielt, von ſeinen Gefühlen überwältigt, einige Augenblicke inne, und fuhr dann fort:„Dieſe Papiere entbinden mich meines Auftrages. Fahnenträger, legt das Banner der Re⸗ publik nieder. Tribun, ſprecht nicht— ich möchte ruhig bleiben— ruhig. Und ſo lebe denn wohl, Rom.“ Mit einem eiligen Blicke auf die Todten ſchwang er ſich auf ſein Roß und verſchwand, von ſeinem Ge⸗ folge begleitet, durch den Bogen.
Der Tribun hatte keinen Verſuch gemacht, ihn zurückzuhalten— ihn nicht unterbrochen. Er fühlte, daß der junge Evelmann gedacht— daß er gehandelt habe, wie es für ihn am paſſendſten war. Er folgte ihm mit den Augen.
„Und ſo,“ ſagte er düſter,„reißt mich das Schick⸗


