Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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Nina ſaß in dem großen Salon des Palaſtes; es war der Empfangstag für die römiſchen Damen.

Der Beſuch war ſo wenig zahlreich gegen ſonſt, daß es ihr auffiel, und ſie glaubte in dem Benehmen der Anweſenden eine Kälte und einen Zwang zu be⸗ merken, die ihre Eitelkeit einigermaßen kränkten.

Ich hoffe, wir haben die Signora Colonna nicht beleidigt, ſagte ſie zu der Gemahlin Gianni's, Ste⸗ phans Sohn.Sie war ſonſt gewohnt, unſere Hallen mit ihrer ſtattlichen Gegenwart zu beehren, die wir heute vermiſſen.

Madame, meines Gatten Mutter iſt unwohl!

Wirklich? wir wollen hinſchicken, um beſſere Nach⸗ richten von ihr zu erhalten. Mich dünkt, wir ſind heute verlaſſen.

Während ſie ſprach, ließ ſie nachläſſig ihr Taſchen⸗ tuch fallen bie ſtolze Dame Colonna beugte ſich nicht darnach keine Hand rührte ſich, und die Tri⸗ buneſſa ſchien einen Augenblick überraſcht und ver⸗ legen. Ihr Blick ſchweifte über die Verſammelten hin, ſie bemerkte, wie Einige, die ſie als Frauen von Fein⸗ den Rienzi's erkannte, mit bedeutungsvollen Blicken zuſammenflüſterten, und mehr als ein höhniſches Lächeln über ihre Kränkung wurde ſichtbar. Sie faßte ſich augenblicklich wieder und ſagte lächelnd zu der Signora Frangipani:Dürfen wir Eure Fröhlichkeit theilen? Es ſcheint Euch ein heiterer Gedanke gekommen zu ſein, den nicht offen mitzutheilen Sünde wäre.

Die angeredete Dame erröthete leicht und verſetzte: Wir dachten, Madame, daß, wäre der Tribun zu⸗