Teil eines Werkes 
1. Bd. (1845)
Entstehung
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Nein, erwiderte Cola raſch,da hätteſt Du das beſſere Theil denn ich wäre nur barbariſchen, Du aber königlichen Urſprungs. Es gab eine Zeit, wo es höher galt, ein einfacher Römer, als ein römiſcher König zu ſein. Nun, nun, wir können noch große Veränderungen erleben!

Ich werde es erleben, daß ich Dich als einen großen Mann ſehe, und damit will ich zufrieden ſein, entgegnete der jüngere Bruder, liebevoll lächelnd; daß Du ein großer Gelehrter biſt, damit kommen ſchon jetzt Alle überein: unſere Mutter weiſſagt Dir Glück, ſo oft ſie von unſerer freundlichen Aufnahme bei den Colonna hört.

Die Colonna! ſagte Cola mit bitterem Lächeln, die Colonna die Pedanten! Die geiſtloſen Seelen geben ſich den Anſchein, als kennen ſie die Vergan⸗ genheit, ſpielen den Herrn und eitiren das Lateiniſche falſch bei ihren Gelagen! Sie ſehen mich gerne an ihrem Tiſche, weil die römiſchen Doktoren mich ge⸗ lehrt heißen, und weil die Natur mir einen kühnen Witz gab, der ſie mehr ergötzt, als die abgenützten Scherze eines gemietheten Poſſenreißers. Ja, ſie wollen mein Glück fördern aber wie? durch eine Stelle im öffentlichen Dienſte, welche eine entehrte Kaſſe durch noch empfindlichere Erpreſſungen von dem ſauer erworbenen Gelde unſerer verhungernden Bürger füllen würde! Wenn es auf der Welt ein gemeines Geſchöpf gibt, ſo iſt dies ein Plebejer, der durch die Patricier erhoben wurde, nicht um ſeinem eigenen Stande Ge⸗ rechtigkeit widerfahren zu laſſen, ſondern um in ihrem Bulwer, Rienzi. I.