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Die Caxtone : ein Familiengemälde / von Edward Bulwer Lytton. Aus dem Engl. von Carl Kolb
Entstehung
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Es erging an uns alle eine dringliche und herzliche Einladung, einige Tage in dem Schloſſe zuzubringen; aber nur ich nahm ſie an und machte die ſchriftliche Mittheilung, daß ich kommen würde.

Ja; ich ſehnte mich, die Stärke meiner Selbſtüber⸗ windung zu beweiſen und die Natur der Empfindungen zu prüfen, die mich beunruhigt hatten. Es war eine moraliſche Unmöglichkeit, daß irgend ein Gefühl, welches man Liebe nennen konnte, für Lady Caſtleton ſich noch in mir barg— für die Gattin eines Andern, der noch obendrein ſo viele Anſprüche auf meine Zuneigung hatte. Aber mit all' den lebhaften Eindrücken der Jugend noch in meinem Innern — mit Eindrücken, welche mir Fanny Trevanion als das ſchönſte und herrlichſte unter allen menſchlichen Weſen ver⸗ gegenwärtigte— konnte ich da die Freiheit fühlen, wieder zu lieben? Durfte ich an eine Werbung denken und für immer die ganze jungfräuliche Neigung einer Anderen zu gewinnen ſuchen, während noch die Möglichkeit vorhanden war, daß ich Vergleichungen anſtellen und bereuen könnte? Nein; entweder mußte ich fühlen, daß Fanny, ſelbſt wenn ſie wieder unvermählt wäre und mir ohne menſchliches oder göttliches Hinderniß angehören könnte, aufgehört habe, die einzige zu ſeyn, die ich in der Welt auszeichnen würde, oder ich wollte, obgleich ich die Liebe als erſtorben betrachten mußte, doch in der Erinnerung auch noch ihrer Aſche die Treue bewahren. Meine Mutter ſeufzte und ließ an dem Morgen des Tages, an welchem ich nach Compton gehen wollte, eine große Unruhe blicken. Sie ſchien ſogar— etwa

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