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Mein Vater ſeufzte und warf ſich in ſeinen Stuhl zurück. Die Mutter faßte Muth und nahm wieder auf:
„Piſiſtratus iſt freilich ein langer Name: aber man kann ihn ja Siſty nennen.
„Siste, Viator,“ murmelte mein Vater;„das iſt abge⸗ droſchen.“
Nein, nur Siſty— kurzweg. Danke, mein Lieber.“
Vier Tage ſpäter, als mein Vater von der Bücher⸗ verſteigerung zurückkam, vernahm er zu ſeinem unausſprech⸗ lichen Entſetzen, daß„Piſiſtratus mitj jedem Tag ihm ähn⸗ licher werde.“
Nachdem man dem guten Mann endlich begreiflich ge⸗ macht hatte, daß ſein Sohn und Erbe ſich eines Namens rühmen dürfe, ſo denkwürdig in der Geſchichte, wie der des Tyrannen von Athen und des angefochtenen Sammlers der homeriſchen Geſänge— ja, wie man ihm noch weiter er⸗ klärte, daß er ſelbſt dieſen Namen verlangt habe— da wurde er ſo unwillig, als es bei ſeinem milden Weſen nur möglich war, und rief:
„Aber es iſt ſchändlich! Piſiſtratus— ein Taufname! Piſiſtratus, der ſechshundert Jahre vorher lebte, eh' Chriſtus geboren ward. Gütiger Himmel, Frau, Du haſt mich zum Vater eines Anachronismus gemacht.“
Meine Mutter brach in Thränen aus; aber dem Uebel war nimmer abzuhelfen. Ich war ein Anachronismus und mußte es bleiben bis zu meinem Ende.


