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Mauer angebracht war, die ſich auf der einen Seite einer öden und gemiedenen Straße hinzog. Ohne die Spur eines lebendigen Menſchen that ſich auf ſein Pochen die Thüre auf und der Gouverneur trat in einen langen und ſchmalen Gang, in Zimmer führend, welche ſchauerlichere Empfindungen erweckten, als irgend ein Gemach in ſeinem eigenen Gefängniß. Hier be⸗ gegnete er plötzlich dem Jeſuiten, Fray Louis de Aliaga, dem Beichtiger des Königs.
„Wie geht es dem Großinquiſitor?“ fragte de la Nuza.
„Er hat ſo eben ſein Leben ausgehaucht,“ ant⸗ wortete der Jeſuit.„Seine ſo plötzliche Krankheit trotzte aller ärztlichen Hülfe. Sandoval y Rorxas iſt bei den Heiligen.“
Der Gouvernenr, der, wie der Leſer leicht erräth, der heiligen Körperſchaft angehörte, bekreuzte ſich und antwortete:„Wem wird wohl als Nachfolger ſeine Stelle zufallen? Wer wird zuerſt das Ohr des Königs gewinnen?“
„Ich weiß nicht,“ antwortete der Jeſuit;„aber ich bin in dieſem Augenblick zu Uzeda berufen worden. Entſchuldigt meine Eile.“
Mit dieſen Worten ſchlüpfte Aliaga fort.
„Mit Sandoval y Roras,“ murmelte Don Juan, „ſtirbt der letzte Beſchützer Calderons und Lerma's; wenn nicht anders der ſchlaue Marquis den König zu bereden weiß, daß er Aliaga, ſeinen Freund, zu des verſtorbenen Kardinals Nachfolger macht. Aber Aliaga


