Nach langem Aufenthalt auf dem Kontinent kehrte Treylyan nach England zurük. Er ſtürzte ſich ins thätige Leben und ward was man in die⸗ ſem Zeitalter der kleinen Namen einen ausgezeich⸗ neten und berühmten Mann nennt. Was aber fort⸗ an in ſeinem Benehmen am meiſten auffiel, war ſeine Unfähigkeit für Ruhe. Gierig griff er nach jeder Beſchäſtiaung, ſelbſt von der verſchiedenſten und bunteſten Art— Oekonomie— Wiſſenſchaften — politiſche Thätigkeit— Vergnügungen. Er er⸗ trug keinen Stillſtand auf ſeiner Bahn und Muße war für ihn was Sorgen für Andere. In der Welt lebte er, wie die übrigen Menſchen, ſeinen Obliegen⸗ heiten nachkommend, ſeine Neigungen befriedigend, feine Laufbahn erfüllend. Aber in ſeinem Junern hatte ein tiefer, winterlicher Wechſel ſtattgefundenz die Sonne ſeines Lebens war hinunter; der Duft der Fantaſie hatte die Erde verlaſſen. Feſt wie bisher ſtand der Stamm gegen den Sturm, aber das grüne Laub war auf immer von ihm gefallen und der Vogel hatte ſeine Zweige verlaſſen. Einſt hatte er die Schönheit angebetet, von welcher das Lied der Dichter ſing; die Herrlichkeit und Glut womit ſolche Gedanken umgeben ſind, die unſerer gemeinen Scholle nicht angehöten; aber jezt war der Born der Begeiſterung verſtegt und die goldne Schale war am Quell zerbrochen. Mit Gertrud hatte ihn die Poeſie des Lebens verlaſſen. Eine Muſik hatte, wie ſie ſelbſt inren Hinaang beſchrieben, aufgehört, ans der Schöpfung zu athmen; mochte fortan die Barke auch noch eben ſo ſchnell ſegeln, der Strom mit eben ſo ſtolzer Woge ſich heben, Etwas das das Perz umſaitet war ſtill geworden, und der Zauber der Reiſe dahin!
Und Gertrud ſchläft an dem Ort, wo ſie ihr


