ten Jahrhundert würde jedes Weib für hohl oder kindiſch, ſchwächlich oder verkünſtelt erklären. Aber
e. Einmal waren die Lieder natürlich und die Liebe n verführeriſch. Und jetzt, meine jungen Freunde, 8 im Jahre 1818, in dem ich ſchreibe und wabhrſchein⸗ ir lich Kerbe— die Liebe, welche in Movre's Poe⸗ i ſteen ſchimmert und mit ſo ehrgeiziger Zweideutig⸗ n keit Byron's Gedichte durchzieht; die Liebe, welche 5 Euch jetzt ſo tief und wahr erſcheint; die Liebe, 5 welche die Herzen der jungen Damen durchbebt und 6 Euch junge Herren nach dem Abendſtern ßieren 1 macht— dieſe ganze Liebe wird einem ſpätern 7 Zeitalter fremd oder lächerlich werden; und die jungen Schmachtenden, und die Mondſcheinträume ze und das haltungsloſe, überſchwängliche Gedudel, ⸗ das uns jetzt ſo rührend unb erhaben vorkommt, ri das Alles wird, meine lieben Jungen, dahin gehen, . wohin auch ſchon Cowleys Geliebte und Wallers . Sachariſſa gegangen ſind; wird dahin gehen mit ei den Saffo's und Chloe's, den anmuthigen, bezau⸗ 6 bernden Feen und den ritterlichen Huldinnen und
Prinzeſſinnen. Die einzige Liebes⸗Poeſie, welche zu allen Zeiten beſteht und alle Herzen anſpricht,
8. iſt diejenige, welche ſich auf eine oder beide Arten iK von Liebe gründet, die allen Menſchen gemeinſchaft⸗ — lich ind; die Liebe der Sinne oder die Liebe der Gewöhnung. In der letztern iſt miteinbegriffen, 4. was Männer von mittlerem Alter vernünftige Nei⸗ 3 gung nennen; und der Zauber verwandter Seelen e ſo wie auch der freundliche und wärmere Schatz von kleinen Erinnerungen an einfache Güte, oder g. die ganz dumpfe Gewohnheit ein Geſicht zu ſehen, t⸗ wie man einen Stuhl ſehen würde. Dieß nun,
bald ehrlich herausgeſagt, bald künſtlich vermengt, ur macht das Thema derjenigen ans, die vielleicht am
redlichſten und menſchlichſten geliebt haben; dieß Vulwer's Romane. XXX 9


