Teil eines Werkes 
5.-7. Bändchen (1834)
Entstehung
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nicht auf ſeinen Nutzen ſieht. Wenn Einer Alles durch die verkleinernde Brille dieſer Filoſoßie ſieht, ſo hat Alles eine ziemliche Beimiſchung von Lüge und Täuſchung. Ihr lacht mit ihm, wenn er die Täuſchung in der Religion, in der Politik, in der Liebe, in den Urtheilen der Welt verſpottet; aber aufſchreien müßt Ihr, meine geliebten Zöglinge, wenn er verhöhnt, was man gewöhnlich am ſicher⸗ ſten durch die That verſpottet: das tänſchende in der gewöhnlichen Ehrlichkeit. Die Menſchen ſind ehrlich aus Religivn, Weisheit, Vorurtheil, Ge⸗ wohnheit, Furcht und Dummheit; aber nur die Wenigſten ſind weiſe, und die Leute, von welchen wir reden, verſtotten die Religion, ſind über Vor⸗ urtheil hinaus, durch keine Gewohnheit gebaunt, zu gleichgültig für die Furcht, und zu erfahren für die Dummheit.

Allgemeine Entrüſtung über Unklug⸗ heit des Einzelnen.

Ihr müßt wiſſen, meine theuern jungen Freun⸗ de, daß, wenn gleich der Anſchein von Großmuth Euch ſehr zu Statten kommt und ſo weiter, es Euch doch große Mißbilligung zuziehen würde, weun Ihr verſuchen wolltet, ſie zu euerm eigenen Nachtheil auszuüben. Eure Nebenmenſchen ſind ſo unwan⸗ delbar, obwohl vielleicht unbewußt, von Eigenſucht beſeelt; Eigenſucht iſt ſo ganz und gar, obgleich jeder Schwätzer es läugnet, die Axe der moraliſchen