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Maximen Nutzen ziehen und—(hier warne ich jeden feierlich vor dem heiligen Boden, bevor er nicht ſein Haupt enthüllt und die Füße entblößt in ehrerbietiger Scheue) mit Gewinn die nach⸗ ſtehenden Charakterſchilderungen— dieſen Dem⸗ pel mit zehn Statuen— durchlaufen— wo ich die koſtbarſten Reliquien meiner Reiſegedanken und meiner geſammelten Erfahrung niedergelegt und geweiht habe.
Zehn Charaktere. I.
Der weiche, unentſchloßne, gutherzige, träge Menſch. Dieſe Eigenſchaften ſind vergeſellſchaftet mit guten Geſinnungen, aber ohne Grundſätze. Den Mangel an Feſiigkeit beweist auch der Wangel ei⸗ nes eigenthümlichen und tiefgewurzelten Gedanken⸗ ſyſtems. Ein Mann, der irgend einer einzelnen, beſondern Lieblingsidee nachhängt, verliebt ſich in eine oder bie andre Anſicht, womit er ſich abgiebt. Ein überhanpt unentſchloßner Menſch hat meiſt ein unzuſammenhängendes Leben geführt und ſeine Auf⸗ merkſamkeit nie Einem Gegenſtand anhaltend ge⸗ widmet; dieß iſt ein Mann, meine geliebten Schü⸗ ler, der ſehr leicht zu betrügen iſt; Ihr könnt ihn betrügen, ſogar wenn er die Augen offen hat. Träg⸗ heit iſt ihm lieber als Alles, und wenn Ihr ihn allein habt und ihm gerade ins Angeſicht eine Frage verlegt: ſo kann er nicht Nein! ſagen.


