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Nero, der trotz ſeines hohen Hundealters ſich doch der Sonne erfreut, wie ſein Herr— oder ſprach er, während er in ſei⸗ nem Liebling Horaz blätterte, einige von jenen Zeilen vor ſich hin, welche die ſtändige Moral des feinen Epikuräers in ſich faſſen, indem ſie die Kürze des Lebens zum Vorwand nehmen für den Genuß ſeiner Freuden und das Vermeiden ſeiner Mühen. Leiſe tritt Violante— oh, zu welcher herr⸗ lichen Schönheit iſt die jungfräuliche Knoſpe herangereift! — in's Zimmer, ſetzt ſich zu ſeiner Seite auf einen Schemel, ſtützt das Antlitz auf ihre Hände und blickt durch ihre ſchwar⸗ zen, klaren, geiſtvollen Augen zu ihm auf. Und wie ſie mit ihm ſpricht, fömmt allmälig ein Wechſel über ſeine Züge; ſeine Stirne wird gedankenvoll und ſeine Lippen verlieren ihr ſpielendes Lächeln. Da iſt nicht die häßliche Anmaßung des ſich überlegen dünkenden Weibes, keine förmliche Vorſtellung, keine Ehſtandspredigt, die den männlichen Stolz verletzt, ſon⸗ dern der bedeutſame Gegenſtand und die beredten Worte ge⸗ winnen unwillkürlich Erhabenheit, und der Horaz wird bei Seite gelegt. An ſeine Stelle tritt, wie durch ein Wunder herbeigeſchworen, ein parlamentariſches blaues Buch, und Violante will ſich jetzt eben ſo leiſe wieder entfernen, als ſie gekommen iſt. Harley's Hand hält ſie zurück.
„Nicht doch. Nimm Theil an der Aufgabe, oder ich laſſe ſie fahren. Hier iſt ein Auszug, zu deſſen Abſchrift ich Dich verurtheile. Glaubſt Du, ich wolle dieſe Arbeit durchführen, ohne daß Dir die Hälfte des Erfolgs zukömmt? So nimm auch die Hälfte der Mühe auf Dich.“
Und überglücklich küßt Violante den leiſen Tadel weg,
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