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die Linien ſeines Geſichts zeigten dieſelbe Faſſung wie im⸗ mer, und ſein Fuß ruhte noch eben ſo feſt auf der grimmigen Eiſentruhe; aber die Hand war an ſein Herz gedrückt und ſein Auge haftete auf der Uhr, während ſeine Stimme mur⸗ melte:„Doktor F— ſollte jetzt hier ſeyn!“ Und um die⸗ ſelbe Stunde ging Harley LEstrange, der am Abend vor⸗ her den Schwarm eines Hofeirkels durch ſeinen heiteren Hu⸗ mor bezaubert hatte, mit unruhigen Schritten und manchem ſchweren Seufzer in dem Zimmer ſeines Hotels auf und ab. Und Leonard ſtand bei der Fontaine in ſeinem Garten, die winterlichen Sonnenſtrahlen beobachtend, die in den nieder⸗ fallenden Tropfen ſich brachen Und Violante war auf Helens Schulter gelehnt, und verſuchte mit unſchuldiger Schalk⸗ haftigkeit, das Geſpräch der Freundin auf Leonard zu leiten. Und Helen hielt den Blick unverwandt auf den Boden gehef⸗ tet und antwortete nur in einſylbigen Erwiederungen. Und Randal Leslie war zum letztenmal auf dem Weg nach ſeinem Bureau, und las, während er über Green Park ging, einen Brief aus der Heimath von ſeiner Schweſter. Dann ſchaute er, den Brief plötzlich in ſeiner ſchmächtigen weißen Hand zerknitternd, auf und erblickte in der Ferne die Thürme der großen National⸗Abtei, wobei er die Worte unſeres Helden Nelſon vor ſich hinmurmelte:„Sieg und Weſtminſter, aber nicht die Abtei!“ Und Randal Leslie fühlte, daß er während der letzten paar Tage in ſeinem Ehrgeiz einen mächtigen Schritt vorwärts gethan hatte:— eine Handhabe an die alten Leslie⸗Ländereien— Frank Hazeldean verlobt und vielleicht ſeines Erbes verluſtig— und im Hintergrund Dick Avenel, welcher im Widerſtreit mit dem verhaßten Einfluß der Lansmere ihm denſelben Parlamentsſitz aufſchloß, welcher Zeuge von dem erſten politiſchen Auftreten ſeines zu Grunde gerichteten Beſchützers geweſen war. Doch
„Der muß lachen, Jener weinen; So geht der Lauf der Welt!“
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