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Frank hörte nichts von dieſen Worten und hatte über⸗ haupt nur Sinn für ſeine Liebe; er hörte blos das laute Klopfen ſeines zwiſchen Furcht und Hoffnung ſchwankenden Herzens.
Levy ſetzte ſich an den Tiſch und ſchrieb mit zierlicher Hand eine lange Reihe von Zahlen nieder— eine Zahlen⸗ reihe über zwei Abrechnungen, welche durch die Poſtobit⸗ verſchreibung des Caſino's ausgeglichen werden ſollten.
Nach Ablauf einer Zeit, welche für Frank gar kein Ende nehmen zu wollen ſchien, trat der Graf wieder ein. Er nahm Frank bei Seite und machte gegen Levy eine Geberde, welche dieſen veranlaßte, aufzuſtehen und ſich in ein anſtoßendes Zimmer zu begeben.
„Mein theurer junger Freund,“ ſagte Peschiera;„wie ich vermuthet habe, iſt das Herz meiner Schweſter ganz das Eurige. Halt— laßt mich ausreden. Aber unglücklicher⸗ weiſe machte ich ihr Mittheilung von Eurem großmüthigen Erbieten. Dies war ſehr unbehutſam und unklug von mir und hat faſt Alles verderbt. Sie beſitzt Stolz und Geiſt; auch fürchtet ſie ſo ſehr, Ihr könntet glauben, man habe Euch um ihretwillen zu einer Unbeſonnenheit verlockt, die Ihr ſpäter bereuen möchtet, daß ich überzeugt bin, ſie wird Euch ſagen, ſie liebe Euch nicht, könne Eure Hand nicht annehmen und ſo weiter. Liebhaber, wie Ihr, ſind nicht leicht zu täuſchen. Geht nicht auf ihre Worte; aber Ihr ſollt ſie ſelbſt ſehen und urtheilen. Kommt!“
Frank folgte mechaniſch dem Grafen, welcher die Treppe hinaufſtieg und die Thüre zu Beatrice's Zimmer aufriß. Die


